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Auf der Suche nach Weihnachten

2008 - Citykirche, Mönchengladbach

„Auf der Suche nach Weihnachten“

Licht- & Kunstinstallation in der Citykirche „Alter Markt“ in Mönchengladbach zur Advents- und Weihnachtszeit 2008

Verheißung und Erfüllung oder „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht.“

(Jes 9,1)

In der Advent- und Weihnachtszeit stellt sich die Citykirche „Alter Markt“ in Mönchengladbach jährlich neu die Frage, wie man den Menschen in der Innenstadt einen angemessenen Zugang zum Weihnachtsfest eröffnen kann. Eine Möglichkeit besteht darin, die einprägsamen Bilder alttestamentlicher Verheißungen in einer Licht- und Kunstinstallation zu erschließen.

Der theologische Bezug zwischen Verheißung und Erfüllung erscheint als Einheit stiftendes Prinzip zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Die Erfüllung einer Verheißung im biblischen Sinn bedeutet nicht, dass sie erledigt ist, sondern dass ihre Bewahrheitung und Bekräftigung vollzogen ist, um die volle Gültigkeit der Verheißung zu bestätigen.

Die Idee

Auf der Suche nach Weihnachten – große stoffbespannte und beleuchtete Aluminiumdreiecke werden im Kirchenraum der Citykirchen an verschiedenen Säulen im Mittelschiff und in den Seitenschiffen zu labyrinthartigen, begehbaren Skulpturen aufgestellt. In diesen begehbaren Skulpturen finden die Besucher verschiedene alttestamentliche Verheißungstexte, die auf die Geburt Jesu Christi verweisen – die Menschen befinden sich auf der Suche nach Weihnachten und nähern sich so dem Geheimnis der Menschwerdung Gottes unter den Menschen.

In der letzten begehbaren Skulptur im hinteren Altarraum finden dann die Besucher eine kleine Krippendarstellung in Form eines Reliefs und einer Krippe aus Baugerüsten. Dort können diese Gebetsanliegen und Wünsche, die Sie mit dem Weihnachtsfest verbinden, aufschreiben. Am Fuße des Zelebrationsaltares können die Besucher Kerzen entzünden und aufgestellen. Zusätzlich werden an den Säulen (Seitenschiffseite) in zehn europäischen Sprachen das Weihnachtsevangelium, auf Bannern gedruckt, zu sehen sein.

Theologischer Bezug

Alttestamentliche Verheißungen begegnet den Menschen in der christlichen Liturgie gerade in der Advents- und Weihnachtszeit. Der traditionelle Umgang mit den Verheißungen des Alten Testaments ist durchaus problematisch. Das Alte Testament wird von vielen aus christlicher Perspektive meist nur als Vorbote oder Vorgeschichte zum Christentum betrachtet werden. Die Erfüllung einer Verheißung im biblischen Sinn bedeutet nicht, dass sie abgeschlossen und zu den Akten gelegt ist, sondern dass ihre Wahrheit bekräftigt wurde und damit für heute noch Gültigkeit hat. Von den neutestamentlichen Weihnachtstexten und den christlichen Motiven und Gedanken aus muss gefragt werden, was aus dem Alten Testament selbst zum Verständnis vorausgesetzt wird.

In der frühen Kirche verband man mit dem Advent zunächst den Gedanken, der Wiederkunft Christi. Zur Adventszeit gehörte das christliche Credo: „Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Nicht das Warten auf die Geburt Christi, sondern das Warten auf die Wiederkehr des Auferstandenen war das eigentliche Thema der Adventszeit. „Folgerichtig schloss der so verstandene Advent früher das Kirchenjahr ab.“ Das neue Kirchenjahr begann danach mit dem Gedanken der ersten Ankunft Christi durch seine Geburt. „Die gedankliche und zeitliche Nähe im liturgischen Jahr zwischen der erwarteten Wiederkunft Christi und der Erinnerung seiner Geburt haben dazu geführt, dass die Adventszeit zur Vorbereitungszeit auf Weihnachten wurde und damit dann auch das Kirchenjahr eröffnete.“

Die adventlich gedeuteten Texte des Alten Testaments sind eindrückliche Bilder und prophetische Gedanken, die messianische Hoffnungen und Verheißungen Israels zur Sprache bringen. Es ist besonders reizvoll, sich auf den Weg zu machen, die Spuren des Advents im Alten Testament zu entdecken. Bei einem ersten, flüchtigen Blick scheinen bei den alttestamentlichen Texten keine Spur von Weihnachten zu finden zu sein. Doch gerade in der Auseinandersetzung mit ihnen können bekannte neutestamentliche Texte, deren spezifischen Aussagen und Details nur allzu schnell überlesen werden, in einem neuen Licht erscheinen. Vielleicht gelingt es gerade aus der Perspektive des Alten Testaments heraus, Weihnachten klarer und deutlicher zu erkennen.

Zum Beispiel: Der Bezug zwischen Matthäus 1 und Jesaja 11

Im Matthäus‑Evangelium steht der Stammbaum Jesu Christi. Das Matthäus‑Evangelium nennt sich selbst das Buch der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. Jesus Christus erhält zwei zusätzliche Titel, die nicht zur nachfolgenden Genealogie gehören: Sohn Davids und Sohn Abrahams. Mit den beiden Titeln soll die spezifische Perspektive des Evangeliums unterstrichen werden. Abraham gilt als Stammvater vieler Völker, nicht nur der Israeliten.

König David ist als Inbegriff der Erwählung Israels zu verstehen. Mit dem Verweis auf Abraham und David wird die Bedeutung Jesu für die Teilhabe aller Völker am Erwählungs- und Bundesverhältnis Israels zu seinem Gott unterstrichen. Die Kontinuität der Zuwendung Gottes zur ganzen Menschheit wird mit den beiden Titeln Sohn Davids und Sohn Abrahams unterstrichen. In der nachfolgenden Genealogie des Matthäus‑Evangeliums findet man eine Kette von vierundvierzig Namen, vierzig Männern und vier Frauen. Es folgt ein Durchgang durch die Geschichte Israels, an dessen Anfang der Name Abraham steht. Mit dem Verweis auf die Vorgeschichte Jesu soll deutlich werden, dass etwas, das lange vorher begonnen hat, fortgesetzt wird. Die Geschichte Jesu ist nicht voraussetzungslos. Stammbäume lassen sich stets in zwei Richtungen lesen. Von ihrem Anfang oder von ihrem Ende her kann man sie betrachten. Man kann zunächst die Personen an den Wurzeln betrachten, die den Ausgangspunkt des Stammbaumes in der Geschichte bilden. Man kann aber auch aus der Perspektive eines Menschen auf die vielen Vorfahren zurückschauen, die in ein genealogisches Gerüst eingetragen sind. Bei der ersten Betrachtungsart schaut man auf die Vielzahl der Nachkommen, bei der zweiten Sicht blickt man auf die Vielzahl der Vorfahren. Der Stammbaum Jesu zu Beginn des Matthäus‑Evangeliums tut weder das Eine noch das Andere. Er kombiniert vielmehr beide genealogischen Ansätze zu einem theologischen Entwurf. “Er beginnt mit einer einzelnen Person und endet mit einer einzelnen Person. Dazwischen findet sich eine einzige lineare Kette von Nach‑ bzw. Vorfahren. Dieses Vorgehen, das bei einer Einzelperson einsetzt und wieder bei einer Einzelperson ankommt, führt dazu, dass aus der Fülle und Breite einer Genealogie eine einzige Linie herausgenommen wird.” Bei dem Stammbaum Jesu geht es nicht um eine biologische Abstammung. Es ist keine Genealogie im menschlichen Sinne. Der Stammbaum endet mit Joseph, der nach Matthäus nicht der Vater Jesu ist, sondern nur als Mann Marias auftaucht, die Jesus geboren hat (Mt 1,16). Der Bericht von der Jungfrauengeburt (Mt 1,18-25) macht deutlich, dass die biologische Abstammung völlig uninteressant ist. Es handelt sich um einen geistigen Stammbaum, der die Wurzeln und Ursprünge der Christen mit der Geschichte Israels verbindet. Im Matthäus‑Evangelium beginnt die Geschichte Jesu Christi und damit die Geschichte des Christentums nicht erst mit Weihnachten, sondern sie ist Teil der Erwählungsgeschichte Israels.

Mit der literarischen Form der Genealogie soll den Lesern vor Augen geführt werden, dass der Ursprung des Christentums lange vor Christus liegt.

Weihnachten ‑ Die Nähe Gottes bei den Menschen

Alttestamentliche Geschichten, Weissagungen und Verheißungen sprechen von der Nähe Gottes bei seinem umherziehenden Volk. Gottes unmittelbare Nähe, sein heilsamer Beistand sind nicht nur schützend und segensreich, sondern sie fordert die Menschen heraus und dies kann durchaus auch zu schmerzhaften Erfahrungen führen. Das Neue Testament entwirft die Rolle Christi in Gottes Heilsplan für die Menschen ganz entscheidend vom alttestamentlichen Gedankengut her. Christen erhalten durch Jesus Christus Anteil an der Erwählung Israels. Im Laufe seines Wirkens bezieht die Mission Jesu auch andere Völker ein.

Die Weihnachtsbotschaft darf nicht bei einer subjektivistisch verkürzten, religiösen Innerlichkeit stehen bleiben. Wenn Menschen von Gottes Nähe, von seinem Geist erfüllt sind, dann treten sie aus sich heraus und wachsen über ihre engen sozialen Bezüge und ihre vermeintlichen Begrenzungen hinaus. In der Weihnachtsgeschichte wird z. B. den Hirten zuerst die Engelsbotschaft verkündet.

Einfache Menschen wie die Hirten werden zu Propheten. Sie verändern sich durch die Botschaft und werden in Bewegung gesetzt.

Biblische Verheißungstexte

  • Er wird für meinen Namen ein Haus bauen und ich werde seinem Königsthron ewigen Bestand verleihen.
  • (2 Sam 7,13)
  • Dein Haus und dein Königtum sollen durch mich auf ewig bestehen bleiben; dein Thron soll auf ewig Bestand haben.
  • (2 Sam 7,16)
  • Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, in einer Vision über Juda und Jerusalem gehört hat. Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker. Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort. Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg. Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.
  • (Jes 2, 1-5)
  • Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.
  • (Jes 9,1)
  • Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.
  • (Jes 9,5)
  • Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht. Er richtet nicht nach dem Augenschein und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er, sondern er richtet die Hilflosen gerecht und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen mit dem Hauch seines Mundes. Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, Treue der Gürtel um seinen Leib. Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.
  • (Jes 11,1-9)
  • Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen. Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie, jubeln soll sie, jubeln und jauchzen. Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon. Man wird die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes. Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. Die vom Herrn Befreiten kehren zurück und kommen voll Jubel nach Zion. Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen.
  • (Jes 35, 1-6a.10)
  • Ich bin der Herr und sonst niemand; außer mir gibt es keinen Gott. Ich habe dir den Gürtel angelegt ohne dass du mich kanntest, damit man vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang erkennt, dass es außer mir keinen Gott gibt. Ich bin der Herr und sonst niemand. Ich erschaffe das Licht und mache das Dunkel, ich bewirke das Heil und erschaffe das Unheil. Ich bin der Herr, der das alles vollbringt. Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen! Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit sprießen. Ich, der Herr, will es vollbringen.
  • (Jes 45, 5-8)
  • Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Rettung verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König. Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen alle zu jubeln. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie der Herr nach Zion zurückkehrt. Brecht in Jubel aus, jauchzt alle zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr tröstet sein Volk, er erlöst Jerusalem. Der Herr macht seinen heiligen Arm frei vor den Augen aller Völker. Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes.
  • (Jes 52,7-10)
  • Auf, werde licht denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz. Blick auf und schau umher: Sie alle versammeln sich und kommen zu dir. Deine Söhne kommen von fern, deine Töchter trägt man auf den Armen herbei. Du wirst es sehen und du wirst strahlen, dein Herz bebt vor Freude und öffnet sich weit. Denn der Reichtum des Meeres strömt dir zu, die Schätze der Völker kommen zu dir.
  • (Jes 60,1-5)
  • Aber du, Betlehem, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen. Darum gibt der Herr sie preis, bis die Gebärende einen Sohn geboren hat. Dann wird der Rest seiner Brüder heimkehren zu den Söhnen Israels. Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des Herrn, im hohen Namen Jahwes, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit leben; denn nun reicht seine Macht bis an die Grenzen der Erde. Und er wird der Friede sein.
  • (Mi 5,1-4)
  • Seht, es kommen Tage – Spruch des Herrn -, da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken. Er wird als König herrschen und weise handeln, für Recht und Gerechtigkeit wird er sorgen im Land. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, Israel kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit. Darum seht, es werden Tage kommen – Spruch des Herrn -, da sagt man nicht mehr: So wahr der Herr lebt, der die Söhne Israels aus Ägypten heraufgeführt hat! sondern: So wahr der Herr lebt, der das Geschlecht des Hauses Israel aus dem Nordland und aus allen Ländern, in die er sie verstoßen hatte, heraufgeführt und zurückgebracht hat. Dann werden sie wieder in ihrem Heimatland wohnen.
  • (Jer 23,5-8)
  • Ich setze für sie einen einzigen Hirten ein, der sie auf die Weide führt, meinen Knecht David. Er wird sie weiden und er wird ihr Hirt sein. Ich selbst, der Herr, werde ihr Gott sein und mein Knecht David wird in ihrer Mitte der Fürst sein. Ich, der Herr, habe gesprochen.
  • (Ez 34,23)
  • Mein Knecht David wird ihr König sein und sie werden alle einen einzigen Hirten haben. Sie werden nach meinen Rechtsvorschriften leben und auf meine Gesetze achten und sie erfüllen. Sie werden in dem Land wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe und in dem ihre Väter gewohnt haben. Sie und ihre Kinder und Kindeskinder werden für immer darin wohnen und mein Knecht David wird für alle Zeit ihr Fürst sein.
  • (Ez 37,24-25)
  • Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin. Ich vernichte die Streitwagen aus Efraim und die Rosse aus Jerusalem, vernichtet wird der Kriegsbogen. Er verkündet für die Völker den Frieden; seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Eufrat bis an die Enden der Erde. Auch deine Gefangenen werde ich um des Blutes deines Bundes willen freilassen aus ihrem Kerker, der wasserlosen Zisterne. Kehrt in Scharen zurück, ihr Gefangenen voll Hoffnung! Ja, heute verkünde ich: Die doppelte Zahl führe ich zu dir zurück. Denn ich spanne mir Juda als Bogen und lege Efraim als Pfeil darauf. Ich rufe deine Söhne, Zion, zum Kampf gegen die Söhne Jawans, ich mache dich zum Schwert eines Helden. Der Herr selbst wird über ihnen erscheinen. Wie der Blitz schießt sein Pfeil dahin. Gott, der Herr, bläst ins Horn, er kommt in den Stürmen des Südens. Der Herr der Heere beschirmt die Seinen. Die Schleudersteine fressen und zermalmen. (Seine Krieger) trinken und lärmen wie beim Wein; sie sind voll Blut wie eine Opferschale, wie die Ecken eines Altars. Der Herr, ihr Gott, wird sie an jenem Tag retten; er wird sein Volk retten, wie man Schafe rettet. Edelsteine glänzen auf seinem Land. Wie groß sind seine Schätze, wie herrlich ist seine Schönheit! Korn gibt den jungen Männern Kraft und Most den Mädchen.
  • (Sach 9, 9-17)
  • Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt. Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs. Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit. Wer ist der König der Herrlichkeit? Der Herr, stark und gewaltig, der Herr, mächtig im Kampf. Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit. Wer ist der König der Herrlichkeit? / Der Herr der Heerscharen, / er ist der König der Herrlichkeit.
  • (Ps 24,1-10)
  • Herr, du hast gezeigt, dass du dein Land liebst und hast das Schicksal deines Volkes gewendet. Sein Unrecht hast du weggenommen und seine ganze Verfehlung zugedeckt. Du hast deinen Zorn zurückgezogen, seine schreckliche Glut wieder abgewendet. Gott, unser Retter, stell uns doch wieder völlig her! Hör auf, uns zu zürnen! Willst du uns nicht wieder neu beleben, damit dein Volk sich über dich freut? Herr, lass uns wieder deine Güte sehen! Komm uns zu Hilfe! Ich horche auf das, was Gott, der Herr, sagt: Er spricht von Frieden für sein Volk, für alle, die zu ihm gehören; aber sie sollen ihre Torheit nicht wiederholen! Dann kommen Güte und Treue zusammen, Recht und Frieden küssen einander.
  • (Ps 85,1-5.7-9.11)
  • Leg ab, Jerusalem, das Kleid deiner Trauer und deines Elends, und bekleide dich mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht. Leg den Mantel der göttlichen Gerechtigkeit an; setz dir die Krone der Herrlichkeit des Ewigen aufs Haupt! Denn Gott will deinen Glanz dem ganzen Erdkreis unter dem Himmel zeigen. Gott gibt dir für immer den Namen: Friede der Gerechtigkeit und Herrlichkeit der Gottesfurcht. Steh auf, Jerusalem, und steig auf die Höhe! Schau nach Osten, und sieh deine Kinder: Vom Untergang der Sonne bis zum Aufgang hat das Wort des Heiligen sie gesammelt. Sie freuen sich, dass Gott an sie gedacht hat. Denn zu Fuß zogen sie fort von dir, weggetrieben von Feinden; Gott aber bringt sie heim zu dir, ehrenvoll getragen wie in einer königlichen Sänfte. Denn Gott hat befohlen: Senken sollen sich alle hohen Berge und die ewigen Hügel, und heben sollen sich die Täler zu ebenem Land, so daß Israel unter der Herrlichkeit Gottes sicher dahinziehen kann. Wälder und duftende Bäume aller Art spenden Israel Schatten auf Gottes Geheiß. Denn Gott führt Israel heim in Freude, im Licht seiner Herrlichkeit; Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm.
  • (Bar 5,1-9)
  • Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich, und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte; du hast kein Unheil mehr zu fürchten. An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht, Zion! Laß die Hände nicht sinken! Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag.
  • Der Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams: Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen Brüdern. Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. Perez war der Vater von Hezron, Hezron von Aram, Aram von Amminadab, Amminadab von Nachschon, Nachschon von Salmon. Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai, Isai der Vater des Königs David. David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war. Salomo war der Vater von Rehabeam, Rehabeam von Abija, Abija von Asa, Asa von Joschafat, Joschafat von Joram, Joram von Usija. Usija war der Vater von Jotam, Jotam von Ahas, Ahas von Hiskija, Hiskija von Manasse, Manasse von Amos, Amos von Joschija. Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft. Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiël, Schealtiël von Serubbabel, Serubbabel von Abihud, Abihud von Eljakim, Eljakim von Azor. Azor war der Vater von Zadok, Zadok von Achim, Achim von Eliud, Eliud von Eleasar, Eleasar von Mattan, Mattan von Jakob. Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird. Im Ganzen sind es also von Abraham bis David vierzehn Generationen, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft vierzehn Generationen und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus vierzehn Generationen.
  • (Mt 1,1-17)
  • Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, / allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
  • (Joh 1,1-13)
  • Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. Große Freude wird dich erfüllen und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht trinken und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein. Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren. Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen. Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich erkennen, dass das wahr ist? Ich bin ein alter Mann und auch meine Frau ist in vorgerücktem Alter. Der Engel erwiderte ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. Aber weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen, wenn die Zeit dafür da ist, sollst du stumm sein und nicht mehr reden können bis zu dem Tag, an dem all das eintrifft.
  • (Lk 1, 13-20)
  • Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazare zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
  • (Lk 1, 26-35)
  • Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat; er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt; er ist um so viel erhabener geworden als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren Namen überragt. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt, und weiter: Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein? Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt, sagt er: Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen.
  • (Hebr 1,1-6)

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