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Der das Licht um sich schlingt wie ein Tuch

2006 - Citykirche, Mönchengladbach

Der das Licht um sich schlingt wie ein Tuch, den Himmel wie einen Zeltteppich spannt

Tuch-, Licht- und Klanginstallation in der Citykirche Alter Markt,

Mit dem 1. Advent 2005 begann ein neues Kapitel in der mehr als 500-jährigen Geschichte der Mönchengladbacher Hauptpfarrkirche St. Mariae Himmelfahrt: sie soll mehr und mehr zur Citykirche, zur Stadtkirche im Zentrum von Mönchengladbach werden. Kirchen stellen gerade im geschäftigen Umfeld von Städten Freiräume des Menschseins dar. Sie werden bewusst als „Gotteshaus“ von der Verzweckung durch den Menschen ausgespart, damit die Menschen dort einen Raum finden, um wieder mit sich selbst und dem Urgrund ihres Seins – mit Gott – in Kontakt zu kommen. Gerade die Kirche St. Mariae Himmelfahrt diente lange Zeit den Menschen in Mönchengladbach als ‚Bürgerkirche’, in der die Anliegen und Sorgen aller Menschen der Stadt thematisiert und vor Gott gebracht wurden; dieses Anliegen soll auch zukünftig im Blick behalten werden. Ein Kirchengebäude ist zudem Teil der Kultur einer Stadt. Dies realisiert sich in der bloßen Präsenz, aber auch als Raum der Stille, des Verweisens auf das Andere, des Verzichts auf Zweckbindung. Außerdem ist dieses Kirchengebäude Identifikationsfigur für Menschen in der Stadt. Es ist deshalb ein heiliger Ort in einem ganz aktuellen Sinn. Er bietet Möglichkeiten für die Menschen: zur Ruhe kommen, sich konzentrieren, Geborgenheit, Schutz und Segen erfahren und hat damit eine heilsame Wirkung auf die Menschen. St. Mariae Himmelfahrt hat eine über 500jährige Geschichte als heilsamer Ort für die Menschen in der Region. Bis heute ist sie ein lebendiger Versammlungsort für die Feier der hl. Messe; sie wird von Betern frequentiert, die Kerzen entzünden, die vor den Andachtsbildern beten oder im weiten Kirchenschiff ihre Ruhe finden. Neben diesen traditionellen Formen der Erfahrung, dass sich hier am Ort „Himmel und Erde berühren“ können, soll durch die Installation versucht werden, neue Formen spiritueller Erfahrung zu finden. „Dabei kann kein Zweifel darüber bestehen, dass der liturgische Raum den Glauben prägt und diesen Glauben durch seine Gestaltung zum Ausdruck bringt. […] Der Kirchenraum prägt tiefer und unauffälliger das Glaubensbewusstsein einer Gemeinde als das Wort der Verkündigung. Deswegen halte ich es für eine ungeheure seelsorgerische Verantwortung, einen Kirchenraum zu gestalten. […] Die Raumgestaltung ist zudem Ausdruck des Selbstverständnisses von Gemeinde und Kirche, Spiegelbild eines ganz bestimmten Kirchenverständnis, einer ganz bestimmten Ekklesiologie“

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