Projekte

„Gesehen und Wertgeschätzt-Werden mit meinen Wünschen und Sehnsüchten“

2013 - Wallfahrtskirche Maria Rosenberg, Waldfischbach

(Arbeitstitel)

In Zusammenarbeit mit den Lehrern und Pädagogen des Hauses Maria Rosenberg möchte der Künstler und Theologe Stefan W. Knor (www.lumen-tenebris.de) mit ca. 80 „ganz besonderen Kinder/Jugendlichen“ im November diesen Jahres eine Kunstprojektwoche verwirklichen.

Das Haus Maria Rosenberg ist eine Einrichtung der Erziehungshilfe und bietet Jungen und Mädchen ab 6 Jahren, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie Familien ein differenziertes Leistungsangebot in Form von stationären und teilstationären Erziehungshilfen. Zurzeit werden ca. 80 Kinder und Jugendliche in drei Mädchengruppen, einer koedukativen Gruppe, einer Jungengruppe, einer Mutter-Kind-Gruppe und drei Tagesgruppen betreut. Darüber hinaus ist der Einrichtung eine Schule mit dem Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung angeschlossen. Leitideen sind der lösungsorientierte Ansatz und das christliche Menschenbild.

Die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen muss man sich folgend vorstellen: chronische Vernachlässigung, psychische und physische Misshandlung, sexuelle Übergriffe.

Es fällt schwer, sich auch nur ansatzweise in die so entstehende Lebenswirklichkeit des Kindes einzufühlen. Von traumathisierender Erfahrung spricht man, wenn von den Eltern die elementarsten Bedürfnisse des Kindes nicht wahrgenommen und respektiert werden.

Das Kind verliert seine Eltern als Schutzobjekte und entwickelt große Verlustängste. Diese Ängste haben eine Wirkung auf das aktuelle Erleben des Kindes, auch in „äußeren“ sicheren Situationen. Jemandem zu vertrauen ist die größte Hürde für diese Kinder oder Jugendlichen, denn die traumathisierte Kinder und Jugendliche tragen vier unbewusste Glaubenssätze in sich:

  1. Niemand schützt mich!
  2. Ich konnte mir nicht helfen!
  3. Ich bin es nicht wert!
  4. Ich habe keinen Einfluss auf die Welt!

Das bedeutet Angst, Verunsicherung und Stress auf höchstem Niveau.

Um dies zu kompensieren zu können, entwickeln diese Kinder Überlebensmechanismen. Die psychische Selbstregulation, die dem Kind hilft seine leidvolle und ausweglose Situation zu überleben äußert sich in mannigfaltigen Symptomen: wie destruktives, antisoziales, selbstschädigendes und abstoßendes Verhalten. Diese Verhaltensmuster müssen aber als Lebenszeichen und als ein Versuch gewertet werden, unter unerträglichen Bedingungen lebendig zu bleiben.

Gerade wegen dieser erschwerten und herausfordernden Bedingungen möchte Stefan W. Knor in enger Zusammenarbeit mit den sehr motivierten Lehrern und Pädagogen des Hauses Maria Rosenberg mit diesem Kunstprojekt die Kinder in den Mittelpunkt des „Gesehen- Werdens“ und „Wert-Seins“ stellen. Durch dieses Kunstprojekt soll den Kindern und Jugendlichen außergewöhnliche Tage ermöglicht werden!

Die Idee des Kunstprojektes ist:

Jedem Kind/Jugendlichen wird eine große Holzplatte und ein großes Materialbuffet zur Verfügung gestellt. Aus den zur Verfügung gestellten Materialien kann jedes frei wählen, wie es seine Platte unter Anleitung/Hilfestellung innerhalb der Projektwoche gestalten möchte.

Die Kinder/Jugendlichen können Neues ausprobieren, ihr kreatives Potential entdecken, ihre Neugierde und Experimentierfreudigkeit ausleben, eigene Entscheidungen treffen, sich als Teil einer Gruppe wahrnehmen und vor allen Dingen ihr eigenes Kunstwerk schaffen. So entsteht eine „Kunstwand“ mit individuellen Kunstwerken, die die Wünsche und Sehnsüchte dieser Kinder/Jugendlichen darstellen und ausdrücken!

Diese Kunstwerke werden im besonderen Rahmen der Adventszeit 2013 in der Wallfahrtskirche Maria Rosenberg über mehrere Wochen im Kirchenraum einem breiten Publikum präsentiert. Zum Weihnachtsfest wird aus dieser Kunstwand die Weihnachtskrippe gestaltet werden: Damit erfahren die ca. 80 „ganz besonderen Kinder/Jugendlichen“ Anerkennung weit über die bekannten Bezugspersonen hinaus und werden positiv von der Öffentlichkeit wahrgenommen. Sie schlüpfen damit in eine ganz neue Rolle und machen die wertvolle Erfahrung und die bisher seltene Erfahrung „positiv aufzufallen“.

Am Ende der Weihnachtszeit werden die Kunstwerke als „Kunstwand“ für ca. ein Jahr im Gelände der Institution aufgestellt werden.

Dies ist ein ganz besonderes Projekt!

Mit einem ganz anderen, bemerkenswerten Potenzial und auch Problemen! Mit ganz besonderen Menschen!

Gefördert und unterstützt wird dieses Projekt von der F. Victor Rolff Stiftung.

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