Projekte

Jugendkirchenprojekt

2012 - St. Paulus, Trier

In wechselnden Farben beleuchtet eine Lichtinstallation den Altarraum

Trier - Sie chillen auf lila, gelben oder grünen Sitzsäcken, zwischen den Säulen der romanischen Kirche. Auch eine Couch dient den jungen Leuten als Sitzgelegenheit, ebenso Würfel aus Pappe. In wechselnden Farben beleuchtet eine Lichtinstallation den Altarraum. Die Kirche der Jugend St. Paulus in Trier ist eröffnet. Während der Heilig-Rock-Wallfahrt lädt sie Jugendliche und junge Erwachsene ein zu Begegnung und Austausch, Ausstellungen und Konzerten, Workshops oder einfach zum Ausruhen.

"Ich finde es cool hier", sagt die 15-jährige Celine aus Beltheim im Hunsrück. "Es ist eine gemütliche Atmosphäre und nicht so ruhig wie in einer normalen Kirche." Während der Eröffnung der Kirche der Jugend spielt die Trierer Gruppe "Still-voll and friends" abwechslungsreiche Musik - von Rammstein bis "Jesus Christ you are my life". Die Abwechslung gefällt auch dem 15-jährigen Benedikt aus Rödelhausen im Hunsrück: "Ich kann hier ausspannen und nachdenken über die Themen, die hier angesprochen werden."

Zehn Jugendgruppen aus dem ganzen Bistum Trier haben sich in einem Kunstprojekt mit verschiedenen Themen auseinandergesetzt - und sie mit Schaufensterpuppen dargestellt. Ein silbrig-glänzendes Abendkleid trägt die eine, statt einem Kopf hat sie eine Weltkugel mit Dollarzeichen. "Es geht um die Menschen, die in Armut leben", erklärt die 12-jährige Alexandra aus Gutweiler bei Trier. Zusammen mir ihrer Gruppe, der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG), Stadtgruppe Trier, hat sie rund einen Monat an der Installation zum Thema "Wirklich eine Welt?" gearbeitet. "Die reiche Frau hat keine Hände, weil sie die nicht zum Arbeiten braucht - obwohl es überall auf der Welt arme Menschen gibt", erklärt Alexandra weiter.

Die Firmgruppe aus dem saarländischen Weiskirchen hat sich mit dem Thema "Sucht" beschäftigt. Kabel umwinkeln etwa eine Puppe ihrer Installation, was für Mediensucht stehen soll; Abfall von Fastfoodketten bekleidet eine andere: Essenssucht. "Die Jugendlichen waren begeistert an dem Projekt zu arbeiten", sagt der 22-jährige Dominik Schmitt, der die Gruppe der 14 und 15-jährgien Jugendliche betreut hat. "Sie haben gemeinsam ihre Ideen entwickelt und eingebracht."

Die Messdienergruppe aus Waldbreitbach widmete sich dem Spannungsfeld alter und junger Kirche. Auf der einen Seite steht symbolisch ein verstaubter Beichtstuhl, verziert mit einem "Vater unser" auf Latein. Auf der anderen Seite sind Schaufensterpuppen, die wie eine Momentaufnahme aus einer Bewegung wirken, verziert mit Liedblättern, aber auch Logos vom Weltjugendtag oder der Heilig-Rock-Wallfahrt. "Die Botschaft des Evangeliums bleibt die Gleiche", erklärt der 18-jährige Patrick. "Damit sie aber auch bei jungen Menschen ankommt, muss sich die Form der Kirche nach außen verändern." Die Räume sollten neu werden und Texte verständlicher, mit neuen Liedtexten, "in denen sich Leute von heute finden können". Die Ausstellungen sind bis zum 12. Mai in der Kirche der Jugend zu sehen.

Die Jugendkunstaktion sei eine Idee gewesen, Themen, die junge Menschen bewegen in die Kirche zu integrieren, erklärt Pastoralreferent Roland Hinzmann aus Schweich, Mitorganisator der Kirche der Jugend St. Paulus. Es verknüpfe sich sehr gut mit dem Konzept der Kirche der Jugend. St. Paulus solle ein Ort sein, "der ansprechend ist, an dem Jugendliche sich wohl fühlen und auch Anknüpfungspunkte zu ihrem eigenen Leben finden".

Nach der Vorstellung der einzelnen Kunstprojekte eröffneten die jungen Menschen die Kirche mit einem Gottesdienst, dem Weihbischof Jörg Michael Peters vorstand. Auch er war beeindruckt von St. Paulus. "Es ist ein toller Ort mit einem sehr guten Angebot. Hier können sich die Jugendlichen selber einbringen", sagte Peters. Es sei eine Verbindung zwischen "ihrem Leben und ihrem Glauben, der alles andere als ?out? ist".

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