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Lange Nacht der Kirchen

2014 - Stephansdom, Wien

Die Kunstintervention und das Licht im Stephansdom zu Wien

Betreten Sie in der Fastenzeit den Wiener Stephansdom, so wird sein Inneres Ihnen neu und mystisch erscheinen. Die Künstlerin Elke Maier installierte in wochenlanger Kleinarbeit eine hauchdünne Skulptur aus Fäden, die vom Gewölbe kommenden den Raum durchschneidet und neue Räume des „Lichten-Nichts“ eröffnet. Wie Sonnenstrahlen besitz von einem dunklen Raum nehmen, so füllt auch diese Skulptur das Kircheninnere von St. Stephan. Unterstützt wird die Raumwirkung der Skulptur durch die Lichtinstallation des Künstlers und Theologen Stefan W. Knor. Er greift die Wirkung der Skulptur auf und überträgt diese in zarten violett Tönen auf die Architektur des Kirchenraumes. So entstand eine symbiotisches Werk der beiden Künstler, welches noch bis  Pfingsten zusehen sein wird. 

Warum Kunst im Dom zur Fastenzeit?

Wie kann Glaube fruchtbringend vermittelt werden? Dies ist eine zentrale Frage der Kirche von heute? Einfache frontale Mitteilungen über vorgegebene Glaubenswahrheiten erreichen in der heutigen individualisierten, subjektorientierten und differenzierten Welt den Menschen nicht mehr. Der Gläubige muss selbst in den Prozess der Glaubensaneignung eingebunden werden. Er ist Subjekt und nicht Objekt in diesem Prozess. Die dialogische Struktur ist Kernbestand christlichen Glaubens: Eugen Biser bringt es auf die einfache Formel: „Ohne Dialog zwischen Gott und Mensch kommt der Glaube nicht zustande.“ So ist es ein wesentlicher Schritt bei der Vermittlung von Glauben, die individuelle Auseinandersetzung der Menschen anzustoßen und zu fördern.  Kunst ist ein geeignetes Medium, um diese Form individueller, spiritueller Auseinandersetzung möglich zu machen und zu fördern: „Kunst steht nicht für etwas, was genauso gut in Sprache gefasst werden kann“, formulierte der badische evangelische Theologe und Kunstmäzen Paul Gräb 1993; „Kunst ist für sich selber Sinn und wird der Erkenntnis immer einen Schritt voraus sein. Auch das hat sie mit dem Glauben gemein.“ Dabei übernimmt Kunst in der säkularisierten Welt – trotz und gerade in einer Zeit der reproduktiven und virtuellen Bilderflut - mehr und mehr Aufgaben der Religion: Kontingenz wird reflektiert, das Alltägliche wird durch Un- und Über-Praktisches überstiegen, d. h. transzendiert. 

„Lange Nacht der Kirchen“

In diesem Jahr wird der Kirchenraum von Stephan zur „Langen Nachte der Kirchen“ von dem Künstler und Theologen Stefan W. Knor, der in den Jahren 2006-2008 schon Arbeiten in St. Stephan verwirklicht hat, durch eine Lichtinstallation zur erklingenden Musik im wahrsten Sinne des Wortes zum leuchten und strahlen gebracht werden. 

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