Projekte

Lichterglanz

2012 - St. Johannes, Luzern

Konzept zur Licht- und Kunstinstallation

in der St. Johannes-Kirche zu Luzern 

„Die Schönheit der Farbe ist ihrer Natur nach einfach; sie hat ihren Grund darin, dass das Dunkel des Stoffes überwunden wird durch die Gegenwart des Lichtes, das gewissermaßen unkörperlich, geistig und ideal ist.“

1. Einleitung

Ausgangspunkt pastoralen Handelns ist die Frage, wie Glaube fruchtbringend vermittelt werden kann. Einfache frontale Mitteilungen über vorgegebene Glaubenswahrheiten erreichen in der heutigen individualisierten, subjektorientierten und differenzierten Welt den Menschen nicht mehr. Der Gläubige muss selbst in den Prozess der Glaubensaneignung eingebunden werden. Er ist Subjekt und nicht Objekt in diesem Prozess. Die dialogische Struktur ist Kernbestand christlichen Glaubens: Eugen Biser bringt es auf die einfache Formel: „Ohne Dialog zwischen Gott und Mensch kommt der Glaube nicht zustande.“ So ist es ein wesentlicher Schritt bei der Vermittlung von Glauben, die individuelle Auseinandersetzung der Menschen anzustoßen und zu fördern. 

Kunst ist ein geeignetes Medium, um diese Form individueller, spiritueller Auseinandersetzung möglich zu machen und zu fördern: „Kunst steht nicht für etwas, was genauso gut in Sprache gefasst werden kann“, formulierte der badische evangelische Theologe und Kunstmäzen Paul Gräb 1993; „Kunst ist für sich selber Sinn und wird der Erkenntnis immer einen Schritt voraus sein. Auch das hat sie mit dem Glauben gemein.“ Dabei übernimmt Kunst in der säkularisierten Welt – trotz und gerade in einer Zeit der reproduktiven und virtuellen Bilderflut - mehr und mehr Aufgaben der Religion: Kontingenz wird reflektiert, das Alltägliche wird durch Un- und Über-Praktisches überstiegen, d. h. transzendiert.

Gerade im Bereich der Deutung ist es genuine Kompetenz der Kirche, die ikonologische Dimension aufzuzeigen und anagogische Perspektiven zu eröffnen. Dabei steht die Kirche in der Verantwortung, das in der Kunst ermöglichte Sehen ihrerseits zu hinterfragen und durch dessen Pendant, das Nicht-Sehen, zu brechen und dies in zweifacher Hinsicht: Zum einen entspricht das Nicht-Sehen der Situation des Menschen vor Gott: Der Mensch verlangt Gott zu sehen und vermag es nicht. Er macht sich ein Bild, das jedoch Gott niemals genügen kann, wie es bereits das biblische Gottesbild-Verbot verdeutlicht hat. Das Thematisieren des Nicht-Sehens bricht dabei ständig das Sehen und ist so angemessenes Äquivalent zur Alterität Gottes. Zum anderen bindet ein Thematisieren des Nicht-Sehens in seiner offenen und dynamisch-dialogischen Form in zeitgemäßer Weise den Rezipienten aktiv in den Prozess der Kunsterschließung sowie der Glaubensaneignung ein, wie es in Ecos „Offenem Kunstwerk“, in der Rezeptionsästhetik und in der performativen Betrachtungsweise zum Ausdruck kommt. Richard Hoppe-Sailer nennt in einem Artikel über den Kronzeugen der Kunst der Übermalung, Arnulf Rainer, die wesentlichen Elemente: „Emanzipation des Betrachters (...), (...) offene[r] Struktur und Vieldeutigkeit des Kunstwerks“ Und eben die Aktivierung des Rezipienten kann diesen weiterführen auf seinem Weg zu Gott, dem „Ganz-Anderen“, wie es der Jesuit Henri de Lubac (1896-1991) ausgedrückt hat: „Jede Vorstellung von Gott ist menschlich – aber im Menschen selbst ist etwas über jede Vorstellung hinaus, das ihn Gott in Wahrheit erkennen lässt.“

In der Philothea schreibt Franz von Sales: „Gott ist ja in allem und überall; es gibt keinen Ort und kein Ding, wo er nicht wirklich gegenwärtig wäre. Wohin die Vögel auch fliegen, sie finden ihr Element, die Luft in der sie sich bewegen; so finden auch wir, wohin immer wir gehen mögen, Gott überall gegenwärtig.“ Die große Botschaft des Evangelium lautet: Gott ist da, er ist jedem von uns – zu jeder Zeit – nahe.

2. Die Idee

Der Kirchenraum der Johannes-Kirche zu Luzern wird zur diesjährigen Adventzeit durch eine Licht- und Kunstinstallation zu einem „Erlebnissraum“ in dem die Besucher sich mit sich selbst und ihrer „Gott-Suche“ auseinandersetzten können.

Beide Elemente (Licht und Skulptur) werden in verschiedenartig gestalteten Veranstaltungen eingesetzt werden. Angedacht sind:

  • Orgelkonzert (O-Improvisation) für Gehörlose und Hörgeschädigte
  • Tanz mit Lichtern
  • Projektionen von Gesichtern (Gesichter Landschaften der Seele)
  • Verschieden Gebetszeiten und Gottesdienste
  • Meditationen und Konzerte usw.

2.1. Die Lichtinstallation

Durch die Installation von einzeln ansteuerbaren und farbwechselnden Leuchtmitteln wird es möglich sein, den gesamten Kirchenraum und/oder die Skulptur in die unterschiedlichsten Farbstimmungen zu tauchen. Dabei ist das Zusammenspiel von Licht und Musik das Besondere!

2.1.1. Die Musik im Zusammenspiel mit dem Licht

Musik wird seit Beginn religiöser Handlungen, schon in der Frühgeschichte, als Bindeglied zwischen den Menschen und Gott eingesetzt und genutzt. Sie bildet einen Schwerpunkt in der katholischen Liturgie, und wir befinden uns in der glücklichen Situation auf dem Schatz von über 1000 Jahren „spiritueller“ Musik zurückgreifen zu können, von der Gregorianik bis zu zeitgenössischen Klängen, von Palestrina bis Messiaen, von Bach bis Debussy, von der polyphonen Kantate bis zu Synthesizerklängen. Es wird bei dieser Installation auf diesen Schatz zurückgegriffen werden und die Klänge aus den verschiedenen Jahrhunderten werden in Licht umgesetzt. Wie die Musik den weiten Kirchenraum erfüllt, so wird auch das Licht den Raum immer neu erlebbar werden lassen. Beide, Musik und Licht, bilden durch Farben ein harmonisches Ganzes, welches die Besucher berühren und ansprechen sollen. Die St. Johannes Kirche wird so zu einem spirituellen Erlebnisraum, der die Seele für das Transzendente öffnet und so erkennen lässt, dass gerade der Sakralraum ein Kristallisationspunkt ist, wo sich Himmel und Erde berühren.

2.1.2. Farben

Die Farbe erscheint zuerst am Feuer; von ihm empfangen die übrigen Dinge ihr Kolorit, indem die feurige Sonne oder eine glühende Leuchte sie bestrahlt. Als verschiedene Erscheinungen und dabei doch integrierende Elemente des einen, reinen Lichtes bewahrt jede Farbe in ihrer Art dieselben Vorzüge. Und wie das Licht im allgemeinen uns den über den Stoff erhabenen, reinen lebendigen Geist darstellt, so sind einzelne Farben Analogien oder Symbole besonderer Gegenstände oder, auf ethischem Gebiet, gewisser Tugenden und entsprechender Gesinnungen. Farben gehören zu den stärksten, sprechendsten Ausdruckmittel. Sie werden zum Abzeichen von Persönlichkeiten, Nationen, Gemeinschaften und Familien, zur Kundgebung religiöser und politischer Einstellungen, von Trauer, Freude oder Huldigung, die aller Welt durch Fahnen, Wappen, Bändern und dgl. Kenntlich wird. Oft bestimmt, verstärkt oder ändert die Farbe den Sinn eines Symbols. Zu den ältesten Zeugnissen von Farbensymbolik gehört die Zueignung bestimmter Farben an die sieben Hauptgestirne im Astralkult der Babylonier. An den spiralförmigen aufsteigenden Planetentürmen (Zikkuraten) trug jede Stufe ihre besondere Farbe.

2.2. Die Skulptur

Die durch den Raum in verschiedenen Bündeln gespannten, transluzenten und lichtaktive Schnüre bilden eine raumgreifende Skulptur; ohne den Raum zu erdrücken bzw. zu dominieren. Es entsteht im wahrsten Sinne des Wortes ein Spannungsfeld im Kirchenraum. Alle Liturgisch wichtigen Orte werden in die Skulptur mit eingebunden, ohne deren Funktionalität zu mindern. So wird der Raum der Johannes Kirche in seiner Gänze für die Besucher erfahr- und erlebbar.

2.3. Aufstellen von Kerzen

Die Besucher sollen in die Installation hinein genommen werden. Daher soll eine Möglichkeit geschaffen werden in unmittelbarer Nähe des Volksaltares Opferkerzen aufstellen zu können. So wird der Altar: Herz und Zentrum der Installation. Von diesem konstant weiß beleuchteten Ort aus entfaltet sich das Licht in den Kirchenraum. Weiterhin wird eine Möglichkeit geschaffen werden, bei der Besucher ihre Gebetsanliegen schriftlich fixieren und deponieren können. Evtl. wird dann aus diesen Bitten/Anliegen in den Weihnachtsgottesdiensten daraus Fürbitten formuliert.

3. Anhang 

„Denn als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende“

Sehen und Glauben in biblischer Perspektive

3.1. Altes Testament

In der Bibel jüdischen Autor Philo, darüber geklagt wird, dass die sinnliche Wahrnehmung zur Erkenntnis der geistigen Realität nicht genüge. Vielmehr wird das Sehen als Faktum der gibt es keine Unterscheidung von geistiger und sinnlicher Welt wie in der griechischen Philosophie und dem Hellenismus, weshalb auch nicht, wie etwa beim hellenistisch geprägten Schöpfung betrachtet, auf dessen Grundlage dann auch seine Beurteilung als Funktion im Geschehen der Offenbarung geschieht. Biblische Schriftsteller setzten sich immer wieder mit der Frage nach dem Sehen, speziell der Sichtbarkeit Gottes und deren Bedeutung für den Menschen, auseinander.

Bei den Theophanien des Alten Testaments wird Gott lediglich an seiner Stimme und den Begleitumständen seines Erscheinens sowie der Reaktion der Betroffenen manifest (vgl. etwa 1 Kön 19,11-13), ohne dass sein Aussehen beschrieben würde. Wenn in Jes 6,1-7 davon gesprochen wird, dass König Usija den Herrn „sah“, wird im biblischen Text lediglich der großartige Rahmen um den „hohen und erhabenen Thron“ beschrieben, Gott selber jedoch nicht. Grundsätzlich wird immer wieder die Unmöglichkeit, Gott zu sehen, konstatiert: In Ex 33,20 spricht der Herr zu Mose: „Du kannst mein Angesicht nicht sehen; denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben.“ In Ex 33,23 heißt es: „Dann ziehe ich meine Hand zurück, und du wirst meinen Rücken sehen.“ Dtn 4,15 betont: „Denn eine Gestalt habt ihr an dem Tag, als der Herr am Horeb mitten aus dem Feuer sprach, nicht gesehen.“ Sir 43, 31 fragt: „Wer hat ihn (Gott) gesehen, dass er erzählen könnte...?“ Dieser Unmöglichkeit, Gott zu sehen, steht der Wunsch des Menschen nach einem Sehen des Göttlichen gegenüber. Ex 33,18 thematisiert diese urmenschliche Sehnsucht bzw. Seh-Sucht178: „Dann sagte Mose: Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen.“ In Ps 17,15 heißt es: „Ich aber will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen, mich satt sehen an deiner Gestalt“. Ein unverstelltes Sehen Gottes wird jedoch erst in späteren alttestamentlichen Schriften und dort nur im Zusammenhang mit endzeitlichen Visionen als Möglichkeit angedeutet: So prophezeit Deuterojesaija in seiner Vision von der messianischen Zeit: „Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen.“ (Jes 40,5) Die Frage nach einem Sehen Gottes ist aufs engste verknüpft mit der Frage nach der Darstellung Gottes im Bild. Bereits in Gen 1,26 wird die Frage nach einem Bild Gottes thematisiert und mit dem Menschen beantwortet – verbunden mit unaussprechlicher Würde und Verantwortung, die dem Menschen damit zukommt: „Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich.“ In dieser Arbeit, in der die Sichtbarmachung der Nicht-Sichtbarkeit Gottes durch bildnerische Maßnahmen thematisiert wird, ist die Auseinandersetzung mit der Möglichkeit der Darstellung Gottes im Bild besonders grundlegend. 

3.2. Neues Testament

Die Auseinandersetzung mit dem Sehen und der Frage nach der Sichtbarkeit Gottes im Neuen Testament ist immer vor dem Horizont des alttestamentlichen Gottesbild-Verbotes zu betrachten. Dabei wird im Neuen Testament dem Sehen in seiner physiologischen und psychologischen Dimension keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Paulus reflektiert im 1. Timotheusbrief in seiner Aussage über Gott die Grundsituation des Menschen, zu dessen Wesen es gehöre, dass er das Göttliche eben nicht sehen könne: „der selige und einzige Herrscher, der König der Könige und Herr der Herren, der allein die Unsterblichkeit besitzt, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag“ (1 Tim 6,15f). Ebenso wie im Alten Testament wird auch im Neuen Testament die Sehnsucht des Menschen konstatiert, das Göttliche zu sehen: „Viele Propheten und Gerechte haben sich gesehnt zu sehen, was ihr seht...“ (Mt 13,17, vgl. auch Lk 10,24). Besonders im Johannesevangelium wird das menschliche Bedürfnis betont, das Göttliche sehen zu können. Joh 6,36 lässt darauf schließen, dass ein Sehen eigentlich das Glauben leichter machen sollte: „Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt (mich) gesehen, und doch glaubt ihr nicht“. Freilich wird bereits in Joh 1,18 herausgestellt: „Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.“ Und dieser (Jesus Christus) ermöglicht gleichsam als Ikone Gottes ein vermitteltes Sehen des Göttlichen: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9). Andrea De Santis weist auf die Sondersituation des Sehens für die Jünger in der Zeit des Wirkens Jesu hin und auf die Bedeutung des kommenden Leidens und Todes Jesu für diese gemeinsame Gegenwart : Alles werde aus der Vorschau auf den Tod von der Endlichkeit und dem Ende Jesu her betrachtet und als „einmalige Geste“ realisiert. Deshalb sei auch die „größte Schuld“ der Jünger die „Mißachtung der Gegenwart“, „die falsche Sehnsucht, das falsche Schauverlangen, ja die Seh-sucht, die das einmalig Gegenwärtige nicht wahrzunehmen vermögen und es für immer verlieren.“ De Santis betont, dass es Philippus noch nach der Fußwaschung und dem Voraussehen des Verrates durch Judas und Petrus wagt, „seh-süchtig zu verlangen“: „Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?“ (Joh 14,8-9). De Santis schließt: „Das Schauverlangen scheint sich umzukehren: nicht nur verlangt der Mensch das zu sehen, was er blindlings vor Augen hat, vielmehr verlangt der menschgewordene Gott vom Menschen nur ein einziges: als Gott erkannt zu werden, was selten und gebrochen gelingt.“ Ähnlich, so betont De Santis, sind die Jünger auf dem Weg nach Emmaus (Lk 24,13-32) nicht in der Lage „die begleitende Gegenwart Jesu“ zu erkennen. Hieraus werde „auch die Ohnmacht des Wortes ersichtlich“, denn Jesus werde nicht durch die Auslegung der Schrift „in einem einmaligen Augenblick erkannt“, sondern im Tun beim Brechen des Brotes bei Tisch. Und erst nachdem Jesus entschwunden sei, merkten die Jünger, wie das Herz ihnen in der Brust gebrannt hatte in der Gegenwart Jesu: „Ihre Ohnmacht lässt die Gegenwart nur in der Form der enttäuschten Erwartung oder der nachträglichen Erinnerung zu. (...) Im Grunde scheint die Gestalt Jesu durch die Anerkennung seiner Göttlichkeit den verblendeten Menschen zu einer Gegenwart mit jenem Gott heranzubilden, der nur als Mensch zu erscheinen sich bestimmt hat und darin das Menschliche und Weltliche zum Zeitraum seiner Gegenwart freigesprochen hat.“

Ein unverstelltes Sehen Gottes ist, ähnlich wie schon bei Deuterojesaija, etwas für den irdischen Menschen Unerreichbares, Zukünftiges, mit der Endzeit Verbundenes. So äußert der Apostel Paulus in 1 Kor 13,12: „Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.“ Und in 2 Kor 4, 18 spricht er von „uns, die wir nicht auf das Sichtbare starren, sondern nach dem Unsichtbaren ausblicken; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig.“ Für die Zeit des irdischen Daseins freilich gibt es doch eine Möglichkeit, Gott zu sehen, - nämlich im Menschen - wie es bereits die Rede von der Gott-Ebenbildlichkeit des Menschen in Ex 1,27 grundlegt. In Fortführung dieses Gedankens betont Paulus in 2 Kor 6: „Wie verträgt sich der Tempel Gottes mit Götzenbildern? Wir sind doch der Tempel des lebendigen Gottes“. In Ambivalenz stehen sich biblische Aussagen gegenüber, in denen vom Sehen-Wollen des Menschen und der Bedeutung des Glaubens ohne Sehen die Rede ist: Psalm 63,3 stellt fest: „Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.“ Der Psalmist hebt das Heiligtum als besonderen Ort heraus, an dem er Gott zu sehen sucht, nennt aber zugleich auch andere Orte und Gelegenheiten seiner Suche, so das Nachdenken auf dem nächtlichen Lager und in wachem Zustand. Demgegenüber betont Hebr 11,3: „Aufgrund des Glaubens erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort erschaffen worden und dass so aus Unsichtbarem das Sichtbare entstanden ist.“ Und 1 Petr 1,8 stellt heraus: „Ihn [Jesus Christus] habt ihr nicht gesehen, und dennoch liebt ihr ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn“  2 Kor 5,7 kann als Feststellung und Aufforderung zugleich den biblischen Befund auf den Punkt bringen: „denn als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende“. 

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