Projekte

Wasser < DankRaum > Leben

2003 - St. Laurentius, Merzenich

Wasser < DankRaum > Leben

Bildende Kunst, Klang und lebendiges, fließendes Wasser vom Altar in den Kirchenraum

WasserDankRaum

Sie haben sich auf den Weg gemacht, um die Installation Wasser < DankRaum > Leben, Bildende Kunst, Klang und lebendiges Wasser zu besuchen oder bleiben zufällig an einer geöffneten Kirchentür des Nachts stehen und sehen einen Bach durch das Kirchenschiff fließen. Musik dringt bis auf die Straße. Hunderte von kleinen brennenden Lichtern, die von Besuchern am Wasser aufgestellt wurden, und der effektvoll ausgeleuchtete Kirchenraum zieht sie in das Innere. Sie treten ein. Musik umhüllt sie sofort mit sanften und meditativen Klängen. Auf dem Altar sprudelt das Wasser, es ergießt sich in einer Kaskade von der Altarkante und bildet einen Bachlauf, der sich seinen Weg über die Altarstufen durch die Kirche zum Haupteingang sucht. Der ganze Kirchenraum ist in Licht getaucht und überall brennen Kerzen. Sie hören das Rauschen und Plätschern des fließenden Wassers, die meditative Musik. Jetzt erst entdecken sie die Bilder, die im Kircheninnern ausgestellt sind und die vielen Menschen, die still im Kirchenraum sitzen und Raum, Kunst, Wasser, Licht und Musik auf sich wirken lassen. Sie nehmen Platz und tauchen ein in den DankRaum für das lebendige Wasser.

Idee

Menschen früherer Zeiten erlebten Wasser als das universelle, das noch nicht festgelegte Element, das aber fähig ist, sich von außen bestimmen zu lassen, als das unbestimmte aber bestimmbare, als das „sensible Chaos“. (Fragmente aus Novalis)
„Masaru Emoto, der japanische Wasserforscher, fotografierte gefrorene Wasserkristalle. Er entnahm Wasser unterschiedlicher Orte. Die Formen dieser Kristalle entwickelten sich ganz verschieden. Die Kristalle reagierten auf unterschiedliche Schwingungsmuster, wie Musik, Bilder, Worte mit vielfältigen Strukturen. Das Wort Liebe und Dankbarkeit, egal in welcher Sprache entwickelten ähnlich wunderschöne Kristalle.
Der Mensch besteht zu 2/3 aus Wasser, viele Tiere und Pflanzen aus bis zu 90%, die Erdoberfläche ist bis zu 70% vom Wasser bedeckt. In jeder Zelle, in jedem Samenkorn ist die Urinformation des Wassers enthalten, wie im Wasser selbst.
Wie wichtig ist die Botschaft des Wassers?
Wird Wasser gesegnet, so verändert sich, nachweislich, seine kristalline Struktur. Wenn Wasser derart beeinflussbar ist, wie mögen da die Energien der Umwelt, wie z. B. Musik, die Nahrungszubereitung, Worte und Gedanken usw., auf uns wirken? So wie ein Stein, der ins Wasser fällt seine Kreise zieht, beeinflusst jeder Gedanke den nächsten. In diesem Sinne möchte ich mit den Bildern, mit der gesamten Installation Wasser>DankRaum<Leben, der Schöpfung danken.“ (Caroline Lauscher)

Ziel

Die Künstlerin Caroline Lauscher Stupp möchte mit ihren „WasserDankBilder“ einen Dank an das Wasser somit an das Leben und an die Schöpfung mit künstlerischen Mitteln aussprechen. Dieser Dank wird durch die von Stefan W. Knor geschaffene Wasserinstallation in verschiedenen Sakralräumen aufgegriffen und zu einem begehbaren DankRaum erweitert.
Dem Besucher wird durch die Erfahrung mit den Bildern und dem lebendigen Wasser im Kirchenraum, sowie durch das Eintreten in Licht und Musik ein positives und spirituelles Erlebnis eröffnet. Waskhar Schneider erweitert zusätzlich mit dem Klangbad dieses Erlebnis, indem er durch seine „Klanginstrumente“ Wasser in Schwingung versetzt. Angesprochen durch die ganz unmittelbaren Reize von Kunst, Wasser, Klang und Licht und von biblischen Texten sollen die Besucher den Sakralraum als einen Kristallisationspunkt erleben, in dem sich Himmel und Erde berühren.

Hintergrund

Das Verhältnis zum Wasser hat sich in den letzten Jahrhunderten gewandelt. In vielen Mythologien stehen Wasser, Gottheiten am Anfang. Die Menschen verehrten Wasser, sie erlebten es von göttlichen Wesenheiten erfüllt. Im Zeitalter Goethes und der Romantik beschäftigte sich die Naturphilosophie noch mit dem Urbild allen flüssigen und dem Träger lebendiger Gestaltung, dem Wasser.
Mit Wasser verbinden wir die unterschiedlichsten Assoziationen: es ist der Grundbaustein, der das Leben auf unserem Planeten erst ermöglicht; es stillt unseren Durst und erfrischt uns; es kühlt und heilt. Wasser kann aber auch zerstören und vernichten. Wasser ist ein ganz besonderer Stoff: klar und weich, und kann doch hart und kraftvoll sein; es bildet ruhige Gewässer bis hin zum tobenden Meer oder wird zum reißenden Strom. Es gibt kaum einen Stoff, der so vielfältig ist wie das Wasser und der wie das Wasser seine „Stimmungen“ auf uns Menschen überträgt.
Mit dem Symbol „Wasser“ sind in vielen Religionen Reinigungs- und Initiationsriten verknüpft. Wasser ist gleichsam ein Ursymbol der Religion. In der christlichen Tradition ist es die Taufe, als Zeichen des neuen, gereinigten Lebens in Christus. Gesegnetes Wasser, Weihwasser, begleitet uns in der katholischen Tradition durch unser ganzes Leben. Der hl. Ambrosius schreibt: “O Wasser, das du gewürdigt wurdest, Gnadenmittel Christi zu sein! Du wächst alles ab und wirst nicht gewaschen. Du beginnst die ersten und vollendest die vollendeten Mysterien! Von dir kommt der Anfang, in dir ist das Ende. Vielmehr: du bewirkst, dass wir kein Ende kennen“ (Comm. In Luc. Lib. X, 48)
Betrachten wir das Wasser in seiner gesamten Funktion im Kosmos, so kann man sagen, wo Wasser auftritt, kann Leben im Stofflichen wirksam sein, wo es fehlt, hört dies Möglichkeit auf. Das Wasser in seinem natürlichen Kreislauf befindet sich im fortwährenden Wandel. Immer strebt Wasser nach Gleichgewicht, zu Lebendigem, nicht zu dem Ruhenden, wo Leben erlöschen würde. In jeglichem Lebewesen durchpulst Wasser die Zellen und lagert in Feststoffen aller Art. Wasser, in seinem Lebensvermittelnden Dienst, möchte wir in Kirchen und Gemeinden im Jahr des Wasser nicht nur ins Bewusstsein rufen, sondern Dank, Liebe und Respekt dem Wasser und dem Leben zollen.

Bibel und Wasser

Das Wasser als die elementare Lebensgrundlage in den Ländern des Nahen Ostens erhält dementsprechend eine zentrale Rolle in den Heiligen Schriften der Völker des fruchtbaren Halbmondes, so auch in den Schriften der Bibel.
In der Bildersprache der hl. Schrift ist das Wasser ein sehr vielschichtiges Symbol: Sie spricht von den Strömen der Weisheit und der weisen Rede (Spr 18,4; Sir 21,16), von der Ehegattin und den Nachkommen als Quelle natürlichen Lebens (Spr 5,15-18, Nm 24,7), vom Wasser als Bild des vergänglichen oder der wogenden Völkerschar (Offb 17,15), die mit brausender Vielstimmigkeit das himmlische Allejuja singen (Offb 19,6). Weiterhin angefangen beim vom ersten Satz des Schöpfungsberichts, im Mythos von der Sintflut, am Beginn des Exodus bei der Teilung des Roten Meeres, als Zeichen für Gottes Fürsorge am Fels, der in der Wüste Wasser für das Volk Israel fließen lässt. Als Zeichen für Fruchtbarkeit und Wohlstand im verheißenen Land, als Metapher in den Psalmen, in der Weisheitsliteratur oder bei den Propheten. An diese Tradition knüpft das Neue Testament an. Wasser als Medium des heiligen Geistes bei der Taufe, als Zeichen von Gottes überströmender Liebe bei der Wandlung von Wasser zu Wein bei der Hochzeit zu Kanaan. Im Zusammentreffen Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen wird das „lebendige Wasser“ zum Symbol des ewigen Lebens, das uns durch Jesus Christus geschenkt ist, bis hin zur Offenbarung des Johannes, wo vom Altar des neuen Tempels das Wasser aus dem Tempelbezirk fließt und immer tiefer wird und später, zu Füßen des thronenden Lammes der Wasserquell des Lebens wird und Gott alle Tränen trocknet.

Gerade die Heilszusage Jesu und die damit verbundene Einladung an alle, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen, soll in dieser Installation für alle Menschen erlebbar werden:

„Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben: vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ (Joh 4,14)

Bilder

„Im ursprünglichen Chaos waren die Stoffe zur Bildung der einzelnen Wesen als deren Voraussetzung vorhanden. Daher lassen die Kosmogonien der alten Heidenvölker alles aus dem Wasser entstehen. Wir finden speziell bei den Ägyptern, Babyloniern und Phöniziern, die zu den Israeliten in besonderer Beziehung standen, in mythologisieter Form manche Anklänge an den biblischen Schöpfungsbericht. Alle sprechen von einem Urmeer. Das Wasser repräsentiert ihnen die Substanz, aus der alle Formen entspringen und in die sie bei ihrer Auflösung zurückkehren. Es bildet also den Anfang und das Ende jedes kosmischen Kreislaufes, es ist keimtragend, Mutter von allem, was existieren kann. Die antike Symbolik beruht somit auf dem allmählichen Werden aus dem flüssigen Urzustand. Sie kommt besonders darin zu Ausdruck, dass ein rituelles Bad als Rückbildung in das Vormale und aus diesem heraus als gänzliche Neuwerdung und Neugeburt gilt. Das Untertauchen bedeutet hier Auflösung der Formen, Reintegrierung im undifferenzierten Sein der Präexistenz. Das Auftauchen dagegen wiederholt den kosmischen Akt der Formwerdung. Auf diese Weise bewirkt also das Wasser in den Initationsriten eine Neugeburt. In seiner Weiterführung bedeutet dieser Gedanke Neubelebung, Verjüngung und Heilung durch die magische Kraft des Wassers, und zwar nicht allein im Diesseits, sondern auch nach dem Tode.“ ( D. Forstner, Die Welt der Symbole, S.92-93)
„Für mich bietet sich bei der täglichen Wahrnehmung von Wasser eine Vielfalt an Darstellungsmöglichkeiten bis hin zur Abstraktion. So versuche ich auf unterschiedliche Weise und mit verschiedenen Techniken den Erscheinungsformen des Wassers näher zu kommen. Ansichten, die dem menschlichen Auge oft verborgen bleiben, Bewegung – Veränderung – Fluss – Ruhe – Leben – sind eine immer neue Herausforderung. Es ist ein Spiel mit Licht, Farbe und Form, ob im bewussten Prozess oder Meditativ. So entwickeln sich Bilder unterschiedlichster Arten immer im Dankeschön an das Wasser.“ (Caroline Lauscher)

Installationskonzept – Entspannen und Heilen durch Harmonie

Das Konzept der Installation basiert auf dem Snoezelen. Das Snoezelen ist eine in den 80er Jahren in der Arbeit mit behinderten Menschen entwickelte Therapiemethode. Der aus dem Niederländischen stammende Begriff „snoezelen“ ist ein Neologismus, der soviel bedeutet wie schnüffeln, dösen, schlafen und riechen. Vereinfacht will das Snoezelen helfen durch Licht, Geräusche, Gerüche, Geschmack und Gefühle in einer angenehmen Atmosphäre der Kommunikation den Heilungsprozess der Menschen zu fördern.
Das Installationskonzept lehnt sich stark an das des Snoezelens an. Allerdings dient die Installation nicht der Therapie und Heilung sondern der Heilszusage und dem Finden der inneren Harmonie. Hier werden die primären Reize Sehen, Hören und Riechen in den Vordergrund gestellt. Die Sinneswahrnehmung wird harmonisch abgestimmt. Harmonie bedeutet, dass die Bilder, Lichteffekte, Wasser und Musik für den Besucher eine Gesamtkomposition ergeben und ihn ganzheitlich ansprechen.
Für die Installation bietet diese Methode ein unmittelbares, niederschwelliges Wahrnehmungserlebnis, das durch die Gesamtkomposition der Sinneseindrücke einen harmonischen Zustand im Besucher erzeugt, in dem in einem solchen Kontext die spirituelle Dimension im Leben angesprochen wird..

Ort, Kirchenraum

Kirchen stellen im geschäftigen Umfeld unserer Zeit Freiräume des Menschseins dar. Sie werden bewusst als „Gotteshaus“ der Verzweckung durch den Menschen ausgespart, damit die Menschen dort einen Raum finden, um wieder mit sich selbst und dem Urgrund ihres Seins – mit Gott – in Kontakt zu kommen.
Es sind deshalb heilige Orte in einem ganz aktuellen Sinn. Sie bieten Möglichkeiten für die Menschen: zur Ruhe kommen, sich konzentrieren, Geborgenheit, Schutz und Segen erfahren und haben damit eine heilsame Wirkung auf die Menschen.
Die Kirchen werden den ganzen Tag über von Betern frequentiert, die Kerzen entzünden, vor den Andachtsbildern beten oder im weiten Kirchenschiff ihre Ruhe finden. Neben diesen traditionellen Formen der Erfahrung, dass sich hier am Ort Himmel und Erde berühren können, soll versucht werden durch diese Installation neue Formen spiritueller Erfahrung zu finden ganz im Sinne der Akkommodation des Konzilstextes Sacrosanctum Concilium (SC 38/39).
Da es sich bei der Installation nicht um ein Spektakel handelt, das den Kirchenraum nur als Baukörper benutzt, sondern ihn von seinem Wesen und seiner Bestimmung her aufgreift und diese Intention in neue Medien und Formen überträgt und fortführt, bleiben alle wesentlichen Elemente dieses heiligen Raumes unangetastet. Aus diesem Grund sollten in Kath. Kirchen auch die konsekrierten Hostien an ihrem Ort im Tabernakel bleiben. Ein Räumen des Tabernakels wäre sogar kontraproduktiv, da damit eine vermutete Unvereinbarkeit der Installation an diesem Ort eingestanden würde. Stattdessen versucht die Installation, den Ort des Tabernakels in das Gesamtkonzept zu integrieren. Die Präsenz Gottes im geheiligten Brot während der Installation ist Ausdruck der Überzeugung, dass die Inkarnation Gottes kein geschichtlich abgeschlossenes Ereignis ist, sondern ein dynamischer Prozess, der sich fortwährend in seiner Kirche und ihren Lebensäußerungen vollzieht. So auch in ihren aktuellen Bemühungen, die Botschaft vom befreienden Gott mit den zeitgemäßen Medien in einer solchen Installation erfahrbar zu machen. Der Gebrauch von Wasser, Licht und Musik vermeidet die Reduktion auf eine einzige Kommunikationssituation und ermöglicht so unterschiedliche Kommunikationsformen für die communio von Gott und Mensch. Durch die Kombination so verschiedener Medien wird eine heilsame Wirkung des Sakralraums auf den Besucher erstrebt, was der Urintention sakraler Räume entspricht.

Wasser als Zeichen der Verheißung Gottes

Der Altar ist der Ort, an dem die Gemeinde das Mahl feiert, das uns mit Jesus Christus verbindet. Er bildet den zentralen Ort in der Kirche, an diesem Ort schenkt Christus sich uns als Zeichen seiner Liebe und Verbundenheit. Hier erhalten wir Christen mitten in der Welt Nahrung für unsere Hoffnung und eine Vorahnung auf die Herrlichkeit Gottes. Dabei ist der Altar selbst Christussymbol. Von diesem Punkt aus strömt das Wasser über den Altar, fällt an den Seiten herunter, fließt zu einem Bach zusammen und ergießt sich so in das Langhaus. Symbolisch steht dieses Strömen des Wassers vom Altar in das Kirchenschiff für die sich verschenkende Liebe Christi in die Welt:
Ez 47,1-12 Dann führte er mich zum Eingang des Tempels zurück, und ich sah, wie unter der Tempelschwelle Wasser hervorströmte und nach Osten floss; denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar. Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und ließ mich außen herum zum äußeren Osttor gehen. Und ich sah das Wasser an der Südseite hervorrieseln. Der Mann ging nach Osten hinaus, mit der Messschnur in der Hand, maß tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser gehen; das Wasser reichte mir bis an die Knöchel. Dann maß er wieder tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser gehen; das Wasser reichte mir bis zu den Knien. Darauf maß er wieder tausend Ellen ab und ließ mich hindurchgehen; das Wasser ging mir bis an die Hüften. Und er maß noch einmal tausend Ellen ab. Da war es ein Fluss, den ich nicht mehr durchschreiten konnte; denn das Wasser war tief, ein Wasser, durch das man schwimmen musste, ein Fluss, den man nicht mehr durchschreiten konnte. Dann fragte er mich: Hast du es gesehen, Menschensohn? Darauf führte er mich zurück, am Ufer des Flusses entlang. Als ich zurückging, sah ich an beiden Ufern des Flusses sehr viele Bäume. […] Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen, alles, was sich regt, leben können, und sehr viele Fische wird es geben. Weil dieses Wasser dort hinkommt, werden (die Fluten) gesund; wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben. […] An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihr Laub wird nicht welken, und sie werden nie ohne Frucht sein. Jeden Monat tragen sie frische Früchte; denn das Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum. Die Früchte werden als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.
Hier findet die Verbindung zwischen Altem und Neuem Testament statt: Die Vision des Ezechiel vom neuen Jerusalem und die Offenbarung des Johannes von der neuen Stadt. Beide verheißen dem Gläubigen Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Das fließende Wasser wird zum lebendigen, Leben spendenden Wasser und strömt vom Altar, vom Tisch des Mahles in die Welt hinaus. Es will alle erreichen, erlösen, will den Menschen Hoffnung und Mut in ihrem Alltag schenken.

Aus Umweltschutzgründen lassen wir das Wasser nicht auf die Straße fließen, sondern schaffen einen geschlossen Kreislauf, um die Vergeudung eines so wichtigen Lebensmittels und Rohstoffes zu vermeiden.

Kerzenlicht

Der Bachlauf wird durch die Besucher interaktiv mit Kerzen gestaltet. So wird durch die Interaktion der Besucher die Installation erweitert. Sie nehmen teil an dem strömenden und lebendigen Wasser, sie be- und erleuchten es, sie werden dadurch nicht bloß Teil eines großen Ganzen, sondern vielmehr Gestaltende und Handelnde im Heilsgeschehen. Die Kerzen laden ein zur Betrachtung der eigenen Situation, des eigenen Lebens. Der Besucher wird mit hineingenommen in die Installation.

Projektierten Texte

Durch Videobeamer werden Bibelzitate aus Altem und Neuem Testament auf Leinwände projiziert. Dies soll im Wechsel alle zwei Minuten geschehen. Die Projektionszeit beträgt 45 Sekunden. So wird ein Bogen geschaffen vom Alten zum Neuen Testament, beginnend mit dem Schöpfungsbericht bis hin zur Offenbarung des Johannes.
Die Zitate, die projiziert werden sollen, finden sich im Anhang.

Musik

Musik wird seit dem Beginn religiöser Handlungen, schon in der Frühgeschichte, als Bindeglied zwischen den Menschen und Gott eingesetzt und genutzt. Sie bildet einen Schwerpunkt in der katholischen Liturgie, und wir befinden uns in der glücklichen Situation auf dem Schatz von über 1000 Jahren „spiritueller“ Musik zurückgreifen zu können, von der Gregorianik bis zu zeitgenössischen Klängen, von Palestrina bis Messiaen, von Bach bis Debussy, von der polyphonen Kantate bis zu Synthesizerklängen. Die Musik ist so ausgewählt, dass sie die Gesamtkomposition von fließendem Wasser, Licht und Raum harmonisch abrundet und die meditative Erfahrung erleichtert bzw. ermöglicht. Hinzu kommt zusätzlich der natürliche Klang des herabfallenden und fließenden Wassers: Geräusche, die auf viele Menschen eine entspannende und beruhigende Wirkung haben. Somit entsteht eine Synthese aus komponierter, künstlich erzeugter Musik und dem natürlichen, archaischen Klang von Wassergeräuschen.

Lichteffekte

Der Kirchenraum wird am Boden in blaue Töne, im Deckenbereich in gelb-orange Töne getaucht. Der dunkele Raum verliert durch partielle Beleuchtung mit sanften Übergängen in den Farbschattierungen Blau und Orange und im Kerzenlicht seine wahrnehmbaren Grenzen und öffnet sich ins Unfassbare des immateriellen Lichts.
So versinnbildlichen die Lichteffekte und das „filtrierte Licht“ der Buntglasfenster die Durchlässigkeit des Irdischen für die transzendente Dimension, die Immanenz des Göttlichen in der Welt, die Hoffnung spendende Verheißung Gottes.

Technische Realisation

Durch aufgeschütteten Kies, Kies-Sandstein-Steine (KS-Steine) und zusammengeschweißter Teichfolie wird ein Bachlauf im Kirchenraum geschaffen. Pumpen, die in einem Auffangbecken am Ende des Baches versenkt sind, pumpen das Wasser durch Schläuche wieder zurück zum Altar. Es werden ca. 400 Liter in der Minute über den Altar, der durch eine Platte mit Ablaufkante geschützt wird, fließen.
Die Apsis wird, wie die Säulen des Kirchenschiffes, mit farbigen Strahlern ausgestattet. Von einem Steuerpult wird die gesamte Licht- und Musiktechnik und die Dolby-Surround-Beschallung gesteuert.
Die Bestuhlung im Kirchenraum wird zum Teil entfernt und/oder umgestellt werden müssen, um ein besseres Raumgefühl zu schaffen. Auch kommt dies dem Bachverlauf zugute, da damit eine bessere Wirkung des fließenden Wassers erzeugt werden kann.

Anlangen:

Bibelzitate für die Projektion

40 „Wasser-Stellen“ aus der Bibel
E r s t e s T e s t a m e n t

Die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.
1 Mose/Genesis 1,2

Noach ging also mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne in die Arche, bevor das Wasser der Flut kam. Das Wasser schwoll an und stieg immer mehr auf der Erde, die Arche aber trieb auf dem Wasser dahin.
1 Mose/Genesis 7,7.18

Gott sprach: Ich gedenke des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden.
1 Mose/Genesis 9,11

Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und der Herr trieb die ganze Nacht das Meer durch einen starken Ostwind fort. Er ließ das Meer austrocknen, und das Wasser spaltete sich. Die Israeliten zogen auf trockenem Boden ins Meer hinein, während rechts und links von ihnen das Wasser wie eine Mauer stand.
2 Mose/Exodus 14,21-23

Der Herr sprach zu Mose: Streck deine Hand über das Meer, damit das Wasser zurückflutet. Mose streckte seine Hand über das Meer, und das Meer flutet an seinen alten Platz zurück. So trieb der Herr die Ägypter mitten ins Meer. Nicht ein einziger von ihnen blieb übrig.
2 Mose/Exodus 14,28

Als sie nach Mara kamen, konnten sie das Wasser von Mara nicht trinken, weil es bitter war. Da murrte das Volk gegen Mose und sagte: Was sollen wir trinken? Er schrie zum Herrn, und der Herr zeigte ihm ein Stück Holz. Als er es ins Wasser warf, wurde das Wasser süß.
2 Mose/Exodus15,23-25

Gott sprach zu Mose: Dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen. Dann schlag an den Felsen! Es wird Wasser herauskommen, und das Volk kann trinken.
2 Mose/Exodus 17,6

Wie schön deine Wohnstätten, Israel! Wie Bachtäler ziehen sie sich hin, wie Gärten am Strom, wie Zedern am Wasser. Von seinen Schöpfeimern rinnt das Wasser, reichlich Wasser hat seine Saat.
4 Mose/Numeri 24,6

Das Land, in das ihr jetzt hinüberzieht, um es in Besitz zu nehmen, ist ein Land mit Bergen und Tälern, und es trinkt das Wasser, das als Regen vom Himmel fällt.
5 Mose/Deuteronomium 11,11

Wir müssen alle sterben und sind wie das Wasser, das man auf die Erde schüttet und nicht wieder einsammeln kann.
2 Samuel 14,14
Dann wirst du auch das Ungemach vergessen, du denkst daran wie an Wasser, das verlief.
Ijob 11, 16

Das Wasser zerreibt Steine, Platzregen spült das Erdreich fort; so machst du das Hoffen des Menschen zunichte.
Ijob 14,18-19

Ich bin hingeschüttet wie Wasser, / gelöst haben sich all meine Glieder. Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen.
Psalm 22,15

Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Psalm 23,2

Sie sollen vergehen wie verrinnendes Wasser, wie Gras, das verwelkt auf dem Weg,
Psalm 58,8

Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir. Nach dir schmachtet mein Leib wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.
Psalm 63,2

Hilf mir, o Gott! Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle. Ich bin in tiefem Schlamm versunken und habe keinen Halt mehr; ich geriet in tiefes Wasser, die Strömung reißt mich fort.
Psalm 69,2-3

Ein tiefes Wasser sind die Pläne im Herzen des Menschen, doch der Verständige schöpft es herauf.
Sprüche 20,5

Schön bist du, meine Freundin. Die Quelle des Gartens bist du, ein Brunnen lebendigen Wassers, Wasser vom Libanon.
Hohelied 4,15

Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen; auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
Hohelied 8,7

Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. In der Wüste brechen Quellen hervor, und Wasser fließen in der Steppe. Der glühende Sand wird zum Teich und das durstige Land zu sprudelnden Quellen.
Jesaja 35,6-7

Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort.
Jesaja 43,2

Denn ich gieße Wasser auf den dürstenden Boden, rieselnde Bäche auf das trockene Land. Ich gieße meinen Geist über deine Nachkommen aus und meinen Segen über deine Kinder.
Jesaja 44,3

Mein Volk hat doppeltes Unrecht verübt: Mich hat es verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten.
Jeremia 2,13

Ich sitze nicht heiter im Kreis der Fröhlichen; von deiner Hand gepackt, sitze ich einsam; Wie ein versiegender Bach bist du mir geworden, ein unzuverlässiges Wasser.
Jeremia 15,17-18

Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.
Jeremia 17,7-8

Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch von aller Unreinheit und von allen euren Götzen.
Ezechiel 36,25

Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Amos 5,23-24

Ja, das Land wird erfüllt sein von der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.
Habakuk 2,14

Z w e i t e s T e s t a m e n t

Ich taufe euch nur mit Wasser zum Zeichen der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
Matthäus 3,11

Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu.
Matthäus 14,28-29

Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache!
Matthäus 27,24

Plötzlich brach über dem See ein Sturm los; das Wasser schlug in das Boot, und sie gerieten in große Gefahr. Da traten sie zu ihm und weckten ihn; er stand auf, drohte dem Wind und den Wellen, und sie legten sich, und es trat Stille ein. Sie aber fragten einander voll Schrecken und Staunen: Was ist das für ein Mensch, dass sogar die Winde und das Wasser seinem Befehl gehorchen?
Lukas 8,23-25

Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.
Johannes 2,7-8

Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
Johannes 3,5

Jesus sagte: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.
Johannes 4,13-14

Am letzten Tag des Festes, dem großen Tag, stellte sich Jesus hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir, und es trinke, wer an mich glaubt. Wie die Schrift sagt: Aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen.
Johannes 7,38

Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.
Johannes 13,5

Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt, und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.
Offenbarung 7,17

Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus.
Offenbarung 22,1

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