Projekte

Wasser des Lebens

2006 - Bonner Münster, Bonn

„Wasser des Lebens“

Eine Installation mit fließendem Wasser vom Altar in den Kirchenraum zur „Wissenschaftsnacht 2006“ im Bonner Münster

Die Idee

Viele, vor allem junge Menschen, aus Bonn und Umgebung haben sich auf den Weg zur „Wissenschaftsnacht“ gemacht. Und stellen sie sich einmal vor, es ist Freitagnacht 22.00 Uhr. In der Bonner Innenstadt sind unzählige Menschen unterwegs, die zur „Wissenschaftsnacht“ gekommen sind oder in der Innenstadt ihre Freizeit verbringen wollen. Sie bleiben vor der offenen Tür der Münster Kirche stehen und sehen einen Bach durch das Kirchenschiff fließen. Musik dringt bis auf die Straße. Tausend kleine brennende Lichter, die von Besuchern am Bachlauf aufgestellt wurden, und der effektvoll ausgeleuchtete Kirchenraum zieht sie in das Innere. Sie treten ein. Musik umhüllt sie sofort mit sanften und meditativen Klängen. Auf dem Altar sprudelt das Wasser, es ergießt sich in einer Kaskade von der Altarkante und bildet einen Bachlauf, der sich seinen Weg über die Altarstufen durch die Kirche zum Haupteingang sucht. Über und neben dem Hochaltar erstrahlen die Chorraumfenster, der ganze Kirchenraum ist in Licht getaucht und überall brennen Kerzen. Sie hören das Rauschen und Plätschern des fließenden Wassers, die meditative Musik. Jetzt erst entdecken sie die vielen Menschen, die still im Kirchenraum sitzen und Raum, Wasser, Licht und Musik auf sich wirken lassen. Sie nehmen Platz und tauchen ein in Licht, Klang und lebendiges Wasser. Das fließende Wasser, die Lichter und die Musik nehmen sie mit auf den Weg, neue Formen der Anbetung, der Gotteserfahrung und der Spiritualität können entstehen.

Das Ziel

Für den Zeitraum der „Wissenschaftsnacht“ in Bonn soll ein fließender Bach in der Münster Kirche installiert werden, um Menschen durch die Erfahrung des lebendigen Wassers im Kirchenraum, sowie durch das Eintreten in Licht und Musik ein positives und spirituelles Erlebnis zu eröffnen.

Die Installation will mit diesem Beitrag zur „Wissenschaftsnacht“ den Gästen und den Menschen in der Innenstadt einen niederschwelligen, unmittelbaren und zeitgemäßen Zugang zu einer Grundaussage unserer christlichen Botschaft bieten:

Es gibt einen, der dich liebt, wie du bist: Gott. Bei ihm darfst du ganz du selber sein und auf ihn darfst du hoffen. Vor ihm darfst du dich vergessen, alte Wege verlassen und neu beginnen. Er schenkt dir Räume und Begegnungen, in denen du neue Hoffnung und neue Perspektiven für dein Leben entdecken kannst. Er schenkt dir den wahren Frieden für dein Leben, er führt dich zu neuer Lebendigkeit und zur Fülle deiner Möglichkeiten. (…ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. Joh 10,10) – Wo wir Menschen das erfahren, da spüren wir: hier berühren sich Himmel und Erde!

Angesprochen durch die ganz unmittelbaren Reize von Wasser, Klang und Licht und der biblischen Texte sollen die Besucher den Raum von St. Cassius und Florentius als einen solchen Kristallisationspunkt erleben, in dem sich Himmel und Erde berühren.

Mit Wasser verbinden wir die unterschiedlichsten Assoziationen: es ist der Grundbaustein, der das Leben auf unserem Planeten erst ermöglicht; es stillt unseren Durst und erfrischt uns; es kühlt und heilt. Wasser kann aber auch zerstören und vernichten. Wasser ist ein ganz besonderer Stoff: klar und weich, und kann doch hart und kraftvoll sein; es bildet ruhige Gewässer bis hin zum tobenden Meer oder wird zum reißenden Strom. Es gibt kaum einen Stoff, der so vielfältig ist wie das Wasser und der wie das Wasser seine „Stimmungen“ auf uns Menschen überträgt.

Mit dem Symbol „Wasser“ sind in vielen Religionen Reinigungs- und Initiationsriten verknüpft. Wasser ist gleichsam ein Ursymbol der Religion. In der christlichen Tradition ist es die Taufe, als Zeichen des neuen, gereinigten Lebens in Christus. Gesegnetes Wasser, Weihwasser, begleitet uns in der katholischen Tradition durch unser ganzes Leben. Erst durch das Wasser der Taufe entsteht Kirche (Mt 28, 19) und doch ist es auch die Kirche, die selber im Auftrage Christi Quelle des Taufwassers ist, Kirche als Ursakrament.

Durch die Installation mit fließendem Wasser lässt sich die wortlastige christliche Gottesdienst-Tradition auf das Experiment einer non-verbalen, unmittelbaren Verkündigung mittels der Primärreize ein. Der Sakralraum wird somit zum Ereignis- und Erfahrungsraum, in den man sich mit seinen Erfahrungen einbringen kann und diese im Lichte des Evangeliums zu deuten lernt. Die Sinne der Besucher, die Fenster ihrer Seele nach außen, wie es Aristoteles formulierte, werden eingeladen, sich zu öffnen für eines der größten Geheimnisse des Menschseins, der Erfahrung der Verbindung zu einem transzendenten Gegenüber, den wir als Christen als den dreifaltigen Gott bekennen. Die Sehnsucht in den Menschen nach dieser Dimension ihres Lebens wach zuhalten, ihnen neue Hoffnung zu geben und für die Annäherung daran Raum zu geben, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche in unserer Zeit.

Die Bibel und das Wasser

Das Wasser als die elementare Lebensgrundlage in den Ländern des Nahen Ostens erhält dementsprechend eine zentrale Rolle in den Heiligen Schriften der Völker des fruchtbaren Halbmondes, so auch in den Schriften der Bibel.

Angefangen vom ersten Satz des Schöpfungsberichts, im Mythos von der Sintflut, am Beginn des Exodus bei der Teilung des Roten Meeres, als Zeichen für Gottes Fürsorge am Fels, der in der Wüste Wasser für das Volk Israel fließen lässt. Als Zeichen für Fruchtbarkeit und Wohlstand im verheißenen Land, als Metapher in den Psalmen, in der Weisheitsliteratur oder bei den Propheten. An diese Tradition knüpft das Neue Testament an. Wasser als Medium des heiligen Geistes bei der Taufe, als Zeichen von Gottes überströmender Liebe bei der Wandlung von Wasser zu Wein bei der Hochzeit zu Kanaan. Im Zusammentreffen Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen wird das „lebendige Wasser“ zum Symbol des ewigen Lebens, das uns durch Jesus Christus geschenkt ist, bis hin zur Offenbarung des Johannes, wo vom Altar des neuen Tempels das Wasser aus dem Tempelbezirk fließt und immer tiefer wird und später, zu Füßen des thronenden Lammes der Wasserquell des Lebens wird und Gott alle Tränen trocknet.

Gerade die Heilszusage Jesu und die damit verbundene Einladung an alle, sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen, soll in dieser Installation für junge Menschen erlebbar werden:

„Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben: vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ (Joh 4,14)

Die Bibel als Traum-Raum

Traum-Räume sind dem biblischen Denken nicht fremd. Wichtige Teile der Offenbarung in der Heiligen Schrift finden in „Traum-Räumen“ statt. Vom Aufbruch des Abraham bis zur Offenbarung des Johannes zeigt Gott dem Träumenden seinen Willen, weist ihm den Weg, schenkt heilsame Bilder, die bis heute in uns lebendig sind. Ob es Jakobs Leiter bis in den Himmel ist oder Jesaja, der den Saum von Gottes Herrlichkeit sieht; ob Gott durch einen Engel Maria die Geburt seines Sohnes Jesus verkündet oder Gott den Sterndeutern im Traum einen anderen Weg heim in ihr Land weist oder ob Johannes in tiefster Bedrängnis das himmlische Jerusalem als befreiende Vision erfährt – alles das sind Geschichten aus den Traum-Räumen, die Gott für uns eröffnet hat und die uns die Bibel überliefert.

Die Installation eröffnet den Besuchern parallel zu den Traum-Räumen der Bibel einen real begehbaren und erlebbaren Raum, in dem die Offenbarung in vielen medialen Formen präsent ist. Dies wird unterstützt, indem Bibelstellen, die einen passenden Bezug zu Wasser aufweisen, im Bereich des Taufsteines und über der Sakramentskapelle projiziert werden und so die Dimension von Schrift, Wort und Text als Träger und Medium unserer Hoffnung mit einbezogen wird.

Der Besucher kann sich in diesen Raum hineinbegeben und durch seine Sinne und Kreativität neue Wahrnehmungen und Erlebnisse haben. Durch das Anzünden von Kerzen, die am Bachlauf aufgestellt werden können, kann er sogar interaktiv auf diesen einwirken und mitgestalten. Durch die Impulse des heiligen Ortes mit dem fließenden Wasser, dem Licht und der Musik, wird eine, vielleicht neue, spirituelle Dimension in den Besuchern zum Klingen gebracht. Altes und Quälendes kann neu überdacht werden, neue Hoffung für scheinbar ausweglose Situationen können gefunden werden, die Besucher können etwas von der Heilszusage Jesu erfahren und erleben.

Das Installationskonzept – Entspannen und Heilen durch Harmonie

Das Konzept der Installation basiert auf dem Snoezelen. Das Snoezelen ist eine in den 80er Jahren in der Arbeit mit behinderten Menschen entwickelte Therapiemethode. Der aus dem Niederländischen stammende Begriff „snoezelen“ ist ein Neologismus, der soviel bedeutet wie schnüffeln, dösen, schlafen und riechen. Vereinfacht will das Snoezelen helfen durch Licht, Geräusche, Gerüche, Geschmack und Gefühle in einer angenehmen Atmosphäre der Kommunikation den Heilungsprozess der Menschen zu fördern.

Das Installationskonzept lehnt sich stark an das des Snoezelens an. Allerdings dient die Installation nicht der Therapie und Heilung sondern der Heilszusage und dem Finden der inneren Harmonie. Hier werden die primären Reize Sehen, Hören und Riechen in den Vordergrund gestellt. Die Sinneswahrnehmung wird harmonisch abgestimmt. Harmonie bedeutet, dass Lichteffekte, Wasser und Musik für den Besucher eine Gesamtkomposition ergeben und ihn ganzheitlich ansprechen.

Für die Installation zur „Wissenschaftsnacht“ in Bonn bietet diese Methode ein unmittelbares, niederschwelliges Wahrnehmungserlebnis, das durch die Gesamtkomposition der Sinneseindrücke einen harmonischen Zustand im Besucher erzeugt, in dem in einem solchen Kontext die spirituelle Dimension im Leben angesprochen wird.

Die „Wissenschaftsnacht“ in Bonn

Die Adressaten dieser Veranstaltung sind vor allem junge Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben, um die Begegnung mit Jesus Christus zu suchen. Die Installation soll sich aber auch an Menschen richten, die nur noch selten oder gar nicht mehr die Schwellen eines Kirchenraumes überschreiten. Durch die für Kirchen ungewöhnliche Veranstaltung und das „andere“ Programm soll ihre Neugier geweckt werden.

Die Kirche soll einen Akzent setzen, um den Zeitgenossen ihre Offenheit, Transparenz, Kommunikationsfähigkeit und Attraktivität zu zeigen. Damit erreicht das hier vorgestellte Konzept mit ein und derselben Installation sowohl der Kirche fern- stehende Menschen, indem es ihre Sehnsucht und Neugier nach der transzendentalen Dimension ihres Seins anspricht, als auch praktizierende Christen, indem es deren Glaubensweg vertieft und bereichert.

Der Ort – Die Münster Kirche

Das Münster bietet zum einen eine ideale architektonische Grundvoraussetzung für die Installation und zum anderen hat sie in ihrem Inneren eine harmonische Grundausstrahlung, die – so hoffe ich – aufgenommen und weiter geführt werden kann.

Kirchen stellen im geschäftigen Umfeld einer Innenstadt Freiräume des Menschseins dar. Sie werden bewusst als „Gotteshaus“ der Verzweckung durch den Menschen ausgespart, damit die Menschen dort einen Raum finden, um wieder mit sich selbst und dem Urgrund ihres Seins – mit Gott – in Kontakt zu kommen.

Es sind deshalb heilige Orte in einem ganz aktuellen Sinn. Sie bieten Möglichkeiten für die Menschen: zur Ruhe kommen, sich konzentrieren, Geborgenheit, Schutz und Segen erfahren und haben damit eine heilsame Wirkung auf die Menschen.
Das Münster hat an dieser Stelle eine lange Geschichte als heilsamer Ort für die Menschen der Stadt. Bis heute ist er ein Versammlungsort einer lebendigen Gottesdienstgemeinde aus dem ganzen Stadtgebiet. Die Kirche wird den ganzen Tag über von Betern frequentiert, die Kerzen entzünden, vor den Andachtsbildern beten oder im weiten Kirchenschiff ihre Ruhe finden. Neben diesen traditionellen Formen der Erfahrung, dass sich hier am Ort Himmel und Erde berühren können, soll versucht werden durch diese Installation neue Formen spiritueller Erfahrung zu finden ganz im Sinne der Akkommodation des Konzilstextes Sacrosanctum Concilium (SC 38/39).

Da es sich bei der Installation nicht um ein Spektakel handelt, das den Kirchenraum nur als Baukörper benutzt, sondern ihn von seinem Wesen und seiner Bestimmung her aufgreift und diese Intention in neue Medien und Formen überträgt und fortführt, bleiben alle wesentlichen Elemente dieses heiligen Raumes unangetastet. Aus diesem Grund sollten auch die konsekrierten Hostien an ihrem Ort im Tabernakel bleiben. Ein Räumen des Tabernakels wäre sogar kontraproduktiv, da damit eine vermutete Unvereinbarkeit der Installation an diesem Ort eingestanden würde. Stattdessen versucht die Installation, den Ort des Tabernakels in das Gesamtkonzept zu integrieren. Die Präsenz Gottes im geheiligten Brot während der Installation ist Ausdruck der Überzeugung, dass die Inkarnation Gottes kein geschichtlich abgeschlossenes Ereignis ist, sondern ein dynamischer Prozess, der sich fortwährend in seiner Kirche und ihren Lebensäußerungen vollzieht. So auch in ihren aktuellen Bemühungen, die Botschaft vom befreienden Gott mit den zeitgemäßen Medien in einer solchen Installation erfahrbar zu machen. Der Gebrauch von Wasser, Licht und Musik vermeidet die Reduktion auf eine einzige Kommunikationssituation und ermöglicht so unterschiedliche Kommunikationsformen für die communio von Gott und Mensch. Durch die Kombination so verschiedener Medien wird eine heilsame Wirkung des Sakralraums auf den Besucher erstrebt, was der Urintention sakraler Räume entspricht.

Das Wasser als Zeichen der Verheißung Gottes

Im Zentrum des Chorraumes steht der Volksaltar. An ihm feiert die Gemeinde das Mahl, das uns mit Jesus Christus verbindet. Er bildet den zentralen Ort in der Kirche, an diesem Ort schenkt er sich uns als Zeichen seiner Liebe und Verbundenheit. Hier erhalten wir Christen mitten in der Welt, im wahrsten Sinne des Wortes, Nahrung für unsere Hoffnung und eine Vorahnung auf die Herrlichkeit Gottes. Von diesem Punkt aus strömt das Wasser über dem Altar, fällt an den Seiten herunter und fließt zu einem Bach zusammen und strömt in das Langhaus des Doms. Symbolistisch ist dieses Strömen des Wassers vom Altar in das Kirchenschiff, in die Welt mit:

Ez 47,1-12 Dann führte er mich zum Eingang des Tempels zurück, und ich sah, wie unter der Tempelschwelle Wasser hervorströmte und nach Osten floss; denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar. Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und ließ mich außen herum zum äußeren Osttor gehen. Und ich sah das Wasser an der Südseite hervorrieseln. Der Mann ging nach Osten hinaus, mit der Messschnur in der Hand, maß tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser gehen; das Wasser reichte mir bis an die Knöchel. Dann maß er wieder tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser gehen; das Wasser reichte mir bis zu den Knien. Darauf maß er wieder tausend Ellen ab und ließ mich hindurchgehen; das Wasser ging mir bis an die Hüften. Und er maß noch einmal tausend Ellen ab. Da war es ein Fluss, den ich nicht mehr durchschreiten konnte; denn das Wasser war tief, ein Wasser, durch das man schwimmen musste, ein Fluss, den man nicht mehr durchschreiten konnte. Dann fragte er mich: Hast du es gesehen, Menschensohn? Darauf führte er mich zurück, am Ufer des Flusses entlang. Als ich zurückging, sah ich an beiden Ufern des Flusses sehr viele Bäume. […] Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen, alles, was sich regt, leben können, und sehr viele Fische wird es geben. Weil dieses Wasser dort hinkommt, werden (die Fluten) gesund; wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben. […] An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihr Laub wird nicht welken, und sie werden nie ohne Frucht sein. Jeden Monat tragen sie frische Früchte; denn das Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum. Die Früchte werden als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.

Hier findet die Verbindung zwischen Altem und Neuem Testament statt: Die Vision des Ezechiel vom neuen Jerusalem und die Offenbarung des Johannes von der neuen Stadt. Beide verheißen dem Gläubigen Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Das fließende Wasser wird zum lebendigen, Leben spendenden Wasser und strömt vom Altar, vom Tisch des Mahles in die Welt hinaus. Es will alle erreichen, erlösen, will den Menschen Hoffnung und Mut in ihrem Alltag schenken.

Aus Umweltschutzgründen lassen wir das Wasser nicht auf die Straße fließen, sondern schaffen einen geschlossen Kreislauf, um die Vergeudung eines so wichtigen Lebensmittels und Rohstoffes zu vermeiden.

Das Kerzenlicht

Der Bachlauf wird durch die Besucher interaktiv mit Kerzen gestaltet. So wird durch die Interaktion der Besucher die Installation erweitert. Sie nehmen teil an dem strömenden und lebendigen Wasser, sie be- und erleuchten es, sie werden dadurch nicht bloß Teil eines großen Ganzen, sondern vielmehr Gestaltende und Handelnde im Heilsgeschehen. Die Kerzen laden ein zur Betrachtung der eigenen Situation, des eigenen Lebens. Der Besucher wird mit hinein genommen in die Installation.

Die projektierten Texte

Durch Videobeamer werden Bibelzitate aus Altem und Neuem Testament in verschiedenen Bereichen auf die Wände projiziert. Dies soll im Wechsel alle zwei Minuten geschehen. Die Projektionszeit beträgt 45 Sekunden. So wird ein Bogen geschaffen vom Alten zum Neuen Testament, beginnend mit dem Schöpfungsbericht bis hin zur Offenbarung des Johannes.

Die Zitate, die projiziert werden sollen, finden Sie im Anhang.

Die Musik

Musik wird seit dem Beginn religiöser Handlungen, schon in der Frühgeschichte, als Bindeglied zwischen den Menschen und Gott eingesetzt und genutzt. Sie bildet einen Schwerpunkt in der katholischen Liturgie, und wir befinden uns in der glücklichen Situation auf dem Schatz von über 1000 Jahren „spiritueller“ Musik zurückgreifen zu können, von der Gregorianik bis zu zeitgenössischen Klängen, von Palestrina bis Messiaen, von Bach bis Debussy, von der polyphonen Kantate bis zu Synthesizerklängen. Die erklingende Musik soll so ausgewählt werden, dass sie die Gesamtkomposition von fließendem Wasser, Licht und Raum harmonisch abrundet und die meditative Erfahrung erleichtert bzw. ermöglicht. Hinzu kommt zusätzlich der natürliche Klang des herabfallenden und fließenden Wassers: Geräusche, die auf viele Menschen eine entspannende und beruhigende Wirkung haben. Somit entsteht eine Synthese aus komponierter, künstlich erzeugter Musik und dem natürlichen, archaischen Klang von Wassergeräuschen.

Die Lichteffekte

Der Innenraum von St. Cassius und Florentius wird am Boden in blaue Töne, im Deckengewölbe in gelb-orange Töne getaucht. Der dunkele Raum verliert durch partielle Beleuchtung mit sanften Übergängen in den Farbschattierungen Blau und Orange und im Kerzenlicht seine wahrnehmbaren Grenzen und öffnet sich ins Unfassbare des immateriellen Lichts. So versinnbildlichen die Lichteffekte und das „filtrierte Licht“ der Chorraumfenster die Durchlässigkeit des Irdischen für die transzendente Dimension, die Immanenz des Göttlichen in der Welt, die Hoffnung spendende Verheißung Gottes.

Technische Realisation

Durch aufgeschütteten Kies, Kies-Sandstein-Steine (KS-Steine) und zusammengeschweißter Teichfolie wird ein Bachlauf im Kirchenraum geschaffen. Pumpen, die in einem Auffangbecken am Ende des Baches versenkt sind, pumpen das Wasser durch Schläuche wieder zurück zum Altar. Es werden ca. 1000 Liter in der Minute über den Altar, der durch eine Platte mit Ablaufkante geschützt wird, fließen.
Die Apsis wird, wie die Säulen des Kirchenschiffes, mit farbigen Strahlern ausgestattet. Von einem zentralen Steuerpult auf der Westempore wird die gesamte Lichttechnik live zur erklingenden Musik gesteuert.

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